Full text: Finanzmärkte (50)

kennzeichnet war, den Kreditunternehmungen erstmals (abgesehen
von den üblichen ]ahresultimo-Swaps) expansive DM~Devisen-Swap-
Operationen angeboten, um genau dieses Ziel zu erreichen.
Da ~ wie erwähnt ~ die Auslandskomponente aus Notenbank-
sicht de facta nicht bzw. nicht ausreichend steuerbar ist, hängt es im
wesentlichen vom Saldo "Leistungsbilanz + (,autonome', d. h. prak-
tisch nicht von der Notenbank beeinflußbare) Kapitalbilanz" ab, ob
und in welcher Größenordnung die Inlandskomponente der Geld-
schöpfung mobilisiert werden muß. Ziel der Notenbank ist zwar eine
Neutralisierung der Auslandskomponente, d. h., es würden im Falle
eines Leistungsbilanzdefizits Kapitalimporte in Höhe des jeweiligen
Leistungsbilanzdefizits erforderlich sein. Probleme für den Steue~
rungsversuch sind sowohl die Koordinierung von Leistungsbilanzpro~
gnose und Kapitalimportbewilligungen (die letzteren müssen recht-
zeitig gegeben werden und können daher nur mit Prognosewerten
abgestimmt sein) als auch vor allem die erwähnte De-facto-Unabhän-
gigkeit bestimmter maßgebender Kapitalimporte.
Mit Hilfe der Refinanzierungspolitik bietet die Notenbank den
Kreditinstituten Zentralbankgeld in Form von Krediten an (Redis-
kont- und Lombardkredit). Im ersten Fall kauft die Zentralbank
Wechsel von den Banken an, im zweiten Fall werden Wertpapiere an
die Zentralbank verpfändet. Die Refinanzierung erfolgt unter be-
stimmten Bedingungen bezüglich der Höhe des Zinssatzes (Redis-
kont- bzw. Lombardsatz), bezüglich der qualitativen Anforderungen
an das Wechsel- bzw. Wertpapiermaterial sowie bezüglich der men-
genmäßigen Festlegung von Refinanzierungskontingenten. Diese Be-
dingungen können selektiv gestaltet werden. Die Notenbank-Refi-
nanzierung kann daher unterschiedlich teuer sein, sie kann auch an
unterschiedliche qualitative Anforderungen gebunden sein, und sie
kann schließlich durch Kontingentierung in gezielte Kanäle gelenkt
werden.
Ganz ähnliche Möglichkeiten stehen der Offenmarktpolitik zur
Verfügung. Offenmarktgeschäfte sind Käufe bzw. Verkäufe von
Wertpapieren durch die Notenbank auf deren eigene Rechnung.
Diese Geschäfte können nicht nur auf dem "offenen Markt" selbst
(Börse) abgeschlossen werden, sondern auch direkt mit Nichtbanken
und ~ wie in Österreich ~ mit Banken. Verfahrensmäßig ist zwi-
schen dem Mengen- und dem Preisverfahren zu unterscheiden (Men-
genverfahren : Aktionsparameter ist ein bestimmtes Wertpapiervolu-
men, Erwanungsgröße ist daher der Kurs bzw. die Effektivverzin-
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