Full text: Finanzmärkte (50)

Effekte zu erwarten. Hier spielen Veränderungen der Wechselkurser-
wartungen als Ursache für die Verschiebungen der Außenhandels-
zahlungsgewohnheiten eine nicht unerhebliche Rolle.
Bei der sogenannten Produktionsfinanzierung - die in der Ver-
gangenheit eine Rolle spielte, aber heute praktisch nicht mehr ge-
macht wird - tritt die inländische Geldmengenwirkung noch vor der
Exportleistung und damit vor der Entstehung einer Forderung an
einen ausländischen Abnehmer ein. Eine spätere »Konsolidierung" bei
Forderungseingang ist zwar gegeben, so daß keine Doppelfinanzie-
rung vorliegt, doch werden in einer expansiven Wirtschaft die Brutto-
neukrediteinräumungen sicherlich die Rückflusse früherer Schuldver-
hältnisse übersteigen. Prinzipiell bezieht sich die Geldmengenwir-
kung immer auf die Zeitspanne zwischen Finanzierung des Exportes
und Eingang der Exponvaluta. Bei der Produktionsfinanzierung be-
zieht sich daher die Geldmengenwirkung auf die im Zuge der Pro-
duktion pro rata ausgezahlten Cash-Beträge (der dann von dem zu-
gezählten Exportkredit abgelöst wird) bis zum Eingang der Exporter-
löse.
(Unerwünschte) expansive geldpolitische Konsequenzen sind fer-
ner don unbestritten, wo das österreichische Exportförderungssystem
Auslandsanteile des Gesamtexportauftrages, etwa bei "joint ventu-
res", mitfinanziert, die zu ihrer Refinanzierung notwendigen Kapital-
importe der OeKB können jedoch in Österreich vorübergehend geld-
wirksam werden. Die Beschränkung auf einen maximal 20%igen mit-
finanzierten Auslandsanteil ist daher auch unter geldpolitischen Ge-
sichtspunkten sinnvoll.
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