Full text: Energieabgabe, Wirtschaftsstruktur und Einkommensverteilung (44)

1. Einleitung
Verschiedene Umweltprobleme, wie zB die Algenplage in der Adria, das
Waldsterben in manchen Regionen, die Spätfolgen von Tschernobyl, klima¬
tische Veränderungen usw lassen ökologische Fragen immer mehr ins Zentrum
der öffentlichen Diskussion rücken. Gleichzeitig erhebt sich der Ruf nach
Eindämmung der Umweltzerstörung. Eine generelle Verlagerung des Interesses
von administrativen Maßnahmen (Ge- und Verbote), die eine wirksame Ver-
wal tungskontrol 1 e erfordern, zu Regelungen, die über den Preismechanismus
wirksam werden sollen (Abgaben, Steuern), hat auch die Primärenergieabgabe
(PEA) zum Diskussionsthema gemacht (1).
Die vorliegende Arbeit befaßt sich hauptsächlich mit den ökonomischen
Auswirkungen einer in Österreich eingeführten PEA. Es erscheint aber
unerläßlich, einleitend auf die ökologischen Grundlagen und Zusammenhänge
einzugehen, die Basis der PEA-Vorschläge sind.
Mit der Umwandlung und dem Einsatz von Energie sind vielfältige Umweltbe¬
lastungen verbunden, die schon länger im Blickpunkt des umweltpolitischen
Interesses stehen (Emission von So0 , CO, NO^ und Staub). Prinzipiell
können diese Emissionen durch Verringerung des Einsatzes von Energie oder
durch Rückhaltetechniken ("end of pipe technologies"), wie Filteranlagen
und Katal ysatoren, verringert werden. Es ist daher in erster Linie eine
Frage der Effizienz und administrativen Praktikabi1ität, wie man in diesem
Bereich ein definiertes umweltpolitisches Ziel erreicht. Durch admini¬
strative Maßnahmen, die den Prozeß und dessen Technologie regulieren
sollen, können oft keine klaren Ziele angestrebt werden, da die Absenkung
eines Grenzwertes und die Erhöhung der Kapazität einer Anlage einander
        

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