Full text: Energieabgabe, Wirtschaftsstruktur und Einkommensverteilung (44)

5Weltklima bereitet der Forschung zwar noch Probleme, alle bisher ange¬
stellten Modell Simulationen zeigen jedoch einen künftigen, durch den
Treibhauseffekt verursachten Temperaturanstieg auf der Erde von zumindest
3 ± 1,5°C bis zum Jahr 2020, wenn die Emission von Treibhausgasen wie
bisher zunimmt (3).
Der Beitrag des CO^ zum Anstieg der Konzentration von Treibhausgasen in
der Atmosphäre besteht vor allem in der durch Verbrennung fossiler Brenn¬
stoffe verursachten Emission von 20,5 Mrd Tonnen jährlich (1986), wovon 28
% in Nordamerika, 21,5 % in den Ostblockländern und 15,4 % in Westeuropa
emittiert werden (4). Eine Eindämmung des Treibhauseffektes durch Reduk¬
tion der weltweiten C02"Emissionen um mindestens 20 % bis zum Jahre 2005
und um 50 % bis zur Mitte des nächsten Jahrtausends wurde von der Welten-
ergiekonferenz in Toronto gefordert.
In Großbritannien, wo derzeit die Einführung einer Energiesteuer disku¬
tiert wird, wurden - unter Zugrundelegung von Preiselastizitäten der
Energienachfrage - jene Steuersätze berechnet, die kurzfristig (innerhalb
von drei Jahren) ausreichten, um das Ziel der Toronto-Konferenz zu errei-
chen (5). Es ergeben sich Steuersätze (in Prozent des Preises der Ener¬
gieträger) von 40 % für Gas, 54 % für Öl und 67 % für Kohle; in dieser
Satzdifferenzierung kommt ua der unterschiedliche Kohlenstoffgehalt der
Energieträger bei gleichem Heizwert zum Ausdruck. Entscheidend bei der
Frage der Wirksamkeit einer Primärenergieabgabe zur Reduktion des Enei—
gieverbrauches sind die Elastizitäten bezüglich des Preises und des
Einkommens. Der Elastizitätsansatz der Energienachfrage ist mit verschie¬
denen methodischen Problemen behaftet, wobei die Instabilität der
Elastizitäten am stärksten ins Gewicht fallen dürfte: Je höher der reale
        

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