Full text: Umweltpolitik (51)

109 relO1gungen kann bewirkt werden, daß an und für sich natürliche "Streßfaktoren", die vom Ökosystem Vegetation - Boden verkraftet werden könnten und daher nicht als Schadfaktor anzusehen wä.ren, zu zusätzlichen Schädigungen führen. Bei der Festlegung von wir- kungsbezogenen Immissionsgrenzwerten bzw. bei der Beurteilung der Immissionssituation auf ihre Schädlichkeit muß auch auf diese Zusammenhänge Bedacht genommen werden. Auf die Belastbarkeit von Ökosystemen wurde bisher viel zu wenig Bedacht genommen. Schon relativ geringe Grenzwertüberschreitun- gen bei einzelnen Schadfaktoren bzw. das Zusammentreffen mehre- rer Schadfaktoren, die jeder für sich genommen noch im Bereich der Toleranz liegen, kann zu einem Umkippen und kompletten Ausfä.llen mit großen Schädigungen führen. Für die Agrarproduktion müssen die Grenzen der Belastbarkeit des Bodens mit organischen und anorganischen Stoffen gesehen werden. Störungen des Wasserhaushaltes und der Wassergüte können sich ergeben: a) durch Veränderung des Grundwasserspiegels (auf Grund von ver- fehlten Baurnaßnahmen oder durch Störung des ökologischen Gleichgewichtes) oder b) durch Verschrnutzung der Oberflä.chenwässer bzw. des Grund- wassers, die bis zur Unbrauchbarkeit als Beregnungswasser gehen kann. Die sogenannte" Versiegelung" des Bodens, etwa durch Verkehrs- und Siedlungsmaßnahmen, betrifft oft gerade die besten land- und forstwirtschaftlichen Flächen. Von 1937 bis 1978 ergab sich ein An~ stieg der i. S. der landwirtschaftlichen Produktionsstatistik unproduk- tiven Flä.chen um rund eine halbe Million Hektar. Gegenwärtig sind davon etwa 10 bis 12% des "Dauersiedlungsraumes" mit einer tä.gli- chen Zuwachsrate von 35 ha betroffen. übernutzung der Landschaft durch Tourismus, Fremdenverkehr und Jagd kann zu erheblichen und nachhaltigen Schädigungen der Agrarökosysteme führen (siehe Abschnitt lII.3. und Abschnitt 1.1.8.). Literatur: Ökologie und ökonomie, Erf:cbni1i der Enquete de5 BUI~desmir~i.Heriums fUr Ll.I.nd- und rontwiru:chilh 1':HI1\ SOr\- der'all~l:;:iil.be (kr Zeitschrift rörderung.lldlen:'ll. F. W. DAHMEN, W.llEISS, Oberö.sl.trr(~i(:hischt~sVolhbildungswerk. Umwelt - Sc:hllgwurt oder rettende Ein- sicht. H. BACH, ßllulTlichc L{\ndwiruchnfr im Indu,nri~z~iUIIltcr, Berlin 1967. Genlein.~chaftsprogmmm EUr den UmW'eh.s(~hut:r.1 Beilage zum Bullerin deI' El..iropl'tisrh(~n Gt~meinschaften Nr. 51l972~ iJ,I?ie M~ßnllhmcn zum Schut~ des nil[U,rlich~1l T.ebens~a~lmes 1I"6tz.env?mm:,.dl1ß ~t':H,imm.[e A.'>pekt.~~ der A~"'lI.rpohtlk neu Uberpl'Uh werden. Dlt~ Landwirte nehmen ffilI ihrer Tl:1ugkeJl berelL'> wIchtige hmktlonen der Boden- und Landschahspflege wlhr. Der Ausbnu dieser Aufg-.o.he bei [\ngemt,\SSt:n6r V~rKütunK lieK[ im ;,lll- p;emejr1~~n lnt<.Tcsse,"

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