Full text: Umweltpolitik (51)

128 Der Anteil des Regelarbeitsvermögens der Laufkraftwerke Öster~ reichs an der gesamten Wasserkraftnutzung beträgt etwa 70%. Die Staurtlume besitzen auch bei Laufkraftwerken sehr verschiedenartige Erscheinungsbilder. Neben echten "Stauseen" mit einer Zunahme der Gewtlsseroberfläche gegenuber dem Naturzustand von mehreren 100% - etwa vom Typ des Draukraftwerkes Edling - gehören die- ser Kraftwerkskategorie auch sogenannte "Flußstaue" mit einer Zu- nahme der Gewtlsseroberfltlche von unter Umständen nur etwas mehr als 1% (Typ Donaukraftwerk) an, bei denen der Flußcharakter auch bei verminderter Fließgeschwindigkeit durchaus gewahrt bleiben kann. Standorte von Laufkraftwerken sind häufig in Bereichen von natur- nahen Räumen, also insbesondere in Augebieten, gelegen. Diese stel- len unter Umständen letzte Rückzugsgebiete von speziellen Erschei- nungsformen von Fauna und Flora dar. In der Regel sind aber gerade diese Augebiete nicht zuletzt auf Grund der vor Jahrzehnten erfolg- ten Regulierungsmaßnahmen der flußläufe und der damit verbunde- nen progressiven Eintiefung (z. B. Traun im Bereich der Weiser Heide: 10 Meter seit der Regulierung, Donau bei Hainburg : 40 cm in den letzten 20 Jahren) bereits mittelfristig bei freiem Lauf der Dinge in ihrer Existenz gefährdet (Absinken des Grundwasserspiegels, man- gelnde Erreichbarkeit fUr Hochwässer). Gerade bei Laufkraftwerken sind mittels geeigneter Maßnahmen die Grundwasserverhältnisse im Kraftwerksbereich und die Restdota- tion, allenfalls auch die Gewährleistung von Überschwemmungen der Augebiete beherrschbar, so daß wohl weitgehend ein gewünschter UmweltzuStand herbeigeführt werden kann. Ähnliches gilt auch für Wasserschutzgebiete, Brunnenanlagen usw. Speicheranlagen nutzen bevorzugt die gefällsreichen Zubringer der Hauptflüsse, deren stark wechselnde WasserfUhrung in der Regel nur durch Speicherung zur Erzeugung hochwertiger Spitzen- und Regel- energie herangezogen werden kann. Umweltrelevante Probleme bestehen im Zusammenhang mit dem Bau und Betrieb von Wasserkraftwerken mit Ausnahme spezieller Be- reiche der Wasserbiologie (Fischereiwirtschaft) praktisch nur in ihrer optischen Präsenz, also bezüglich ihrer Wirkung auf die Landschaft. Sekundärwirkungen auf die Umwelt, etwa auf Grund der Vorbela- stung der FlUsse mit Schadstoffen, stehen nicht im ursächlichen Zu- sammenhang mit der Wasserkraftnutzung. Es muß jedoch auf das Zusammenwirken der Einflüsse Verschmutzung und Aufstau hinge-

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