Full text: Mittelfristige Finanzplanung (39)

Erfahrungen mit mittelfristigen Finanzplanungen im Ausland
Der Erfahrungsbericht befaßt sich primär mit den USA und der
Bundesrepublik Deutschland, weil vor allem für diese beiden Länder
konkrete Ergebnisse hinsichtlich der Anwendung von Finanzpla-
nungsverfahren vorliegen, während sich in vielen anderen Staaten die
Finanzplanungsverfahren noch im Experimentierstadium befinden.
Sowohl in der Bundesrepublik Deutschland als auch in den USA
konnten die hochgesteckten Erwartungen, die an die Einführung
neuer Finanzplanungsverfahren geknüpft wurden, von der Planungs-
realität nicht erfüllt werden.
Das Hauptziel ,.Einbettung der jährlichen Etaterstellung in einen
mittelfristigen Planungsprozeß" ist bis jetzt nicht erreicht worden.
Insbesondere in den USA und in der Bundesrepublik Deutschland hat
sich gezeigt, daß nicht die längerfristige Perspektive, sondern im Ge-
genteil der lahreshaushalt den Finanzplan dominiert. Die kurzfristige
Haushaltsperspektive blieb im Vordergrund, während PPBS bzw. Fi-
nanzplan vornehmlich dokumentarische und analytische Ergänzun-
gen, aber keine echten Entscheidungsvorgaben liefern. I)
Die Ursache für dieses relativ starke Auseinanderklaffen von An-
spruch an die Finanzplanung und Planungsrealität lag darin, daß
einerseits die Finanzplanung als Universalinstrument zur Verwirkli-
chung unterschiedlicher Zielsetzungen überfordert war, und anderer-
seits die einer idealtypischen Verwirklichung entgegenstehenden Re-
striktionen im technischen, administrativen und politischen Bereich
von den Planungsbefürwortern unterschätzt wurden.
Insbesondere erwartete man sich in der Literatur vom Übergang
zur Finanzplanung die Lösung folgender Aufgaben:
• Schwerpunkt- und Prioritätenbildung, die sich an konkretisierten
Zielen orientiert und diese aufgrund prüfbarer Kriterien sel~ktiert;
• längerfristige Planung der materiellen und immateriellen Infra-
struktur;
1) Vergleiche: Senf, Paul: Kurzfristige Haushaltsplanung, in: HdFw., Bd. 1, 1977,
S. 421.
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