Full text: Saisonale Muster von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in Österreich (54)

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4. Zusammenfassung
Die vorliegende Studie befaßt sich mit den saisonalen Mustern von Beschäftigung
und Arbeitslosigkeit in Österreich. Der traditionelle Saisonbegriff stellt dabei auf in
gewisser Regelmäßigkeit wiederkehrende unterjährige Schwankungen in der
Arbeitskräfteauslastung ab, die damit in erster Linie als ein in Kalenderzeit definier¬
tes Phänomen spezifischer Wirtschaftsklassen behandelt werden können. Davon
gedanklich zu unterscheiden ist die Frage, in welchem Ausmaß Betriebe auf
temporäre Auslastungschwankungen, die durchaus keinem in Kalenderzeit
und/oder Branchenstruktur homogenen Muster folgen müssen, mit kurzfristigen
Veränderungen in ihren Beschäftigungsständen reagieren. Die vorliegende Studie
legt zwar ihr Hauptaugenmerk auf eine Analyse von Saisonschwankungen am
Arbeitsmarkt im traditionellen Sinn, sie versucht aber auch unter Verwendung
einzelbetrieblicher Beschäftigungsdaten den unterjährigen Beschäftigungsauf- und -
abbau auf Betriebsebene in die Analyse miteinzubeziehen.
In aggregierter Betrachtungsweise hat die relative Bedeutung der saisonalen
Beschäftigungsschwankungen seit den 50er Jahren abgenommen; in den 70 er
Jahren erreichten sie ihr Minimum, sind in den 80er Jahren wieder angestiegen
und verharren seither in etwa auf dem selben Niveau. In absoluter Rechnung kann
die Saisonkomponente der Beschäftigung gegenwärtig mit 130-140 Tausend
Beschäftigungsverhältnissen beziffert werden. Die Saisonkomponente der Arbeits¬
losigkeit liegt absolut gesehen bei knapp unter 100 Tausend, das entspricht unge¬
fähr den Werten wie sie Anfang der 60er Jahre zu verzeichnen waren; in relativer
Betrachtungsweise hat aber, in erster Linie infolge des Anstiegs der Gesamt¬
arbeitslosigkeit, das Gewicht der saisonalen Arbeitslosigkeit abgenommen. Nach
den vorliegenden Schätzungen entfällt damit gegenwärtig rund ein Drittel aller
Arbeitslosigkeitsepisoden und gut ein Fünftel der Gesamtarbeitslosigkeit pro Jahr
auf saisonale Arbeitslosigkeit. Zu beachten bleibt dabei, daß saisonale Arbeits¬
losigkeit in dieser Betrachtungsweise nicht mit Arbeitslosigkeit in typischen
Saisonberufen gleichzusetzen ist. Denn auch zum Saisontiefstand im Sommer ver¬
bleibt ein nicht unbeträchtlicher Anteil von Personen in Saisonberufen wie Bau
oder Fremdenverkehr im Arbeitslosenbestand.
        

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