Full text: Saisonale Muster von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in Österreich (54)

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Gaststättenwesen war etwa jeder zweite Saisonbetrieb pro Jahr mehr als drei
Monate geschlossen.
Saisonale Beschäftigung trägt den inhärenten Charakter der Instabilität. Dies läßt
sich anhand einiger Befunde zu den Mobilitätsmustern von Beschäftigten in
Saisonbetrieben demonstrieren. So standen von den im Sommer 1990 in Saison¬
betrieben tätigen Beschäftigten nur gut 80 Prozent auch zum Stichtag ein Jahr
später in Beschäftigung. Der Anteil der Beschäftigten, die in anderen Betrieben
beschäftigt waren, lag mit rund 20 % annähernd gleich hoch wie jener der Nicht-
Beschäftigten; rund die Hälfte der Betriebswechsler verblieb dabei aber in der
jeweiligen Wirtschaftsklasse. Für die überwiegende Mehrzahl der Beschäftigten
ergibt sich allerdings, daß sie auch ein Jahr später im selben Betrieb wie im
Sommer 1990 beschäftigt waren. Dies dokumentiert die nicht unerhebliche
Betriebsbindung saisonal beschäftigter Dienstnehmer. Allerdings verfügte nur
knapp mehr als ein Drittel der im Sommer 1990 in Saisonbetrieben beschäftigten
Personen im Folgejahr über ganzjährige Beschäftigung. Etwa jede vierte Person,
sowohl bei den Männern wie bei den Frauen, war zwar mehr als sechs Monate
beschäftigt, aber auch länger als zwei Monate arbeitslos. Insgesamt gesehen lag
die Betroffenheit von Arbeitslosigkeit bei über 40 %, mit Arbeitslosigkeitsdauern,
die in der Regel zwischen zwei und sechs Monaten lagen. Die Arbeitslosenrate in
der Stichprobe (auf Tagesbasis berechnet) lag im Zeitraum August 1990 bis
Juli 1991 bei 14 Prozent.
Die Saisonarbeitslosigkeit erzeugt damit auch erhebliche monetäre Kosten.
Hochgerechnet auf die Verhältnisse im Jahre 1993 müssen die direkten Kosten der
Saisonarbeitslosigkeit (in Form von Arbeitslosengeld bzw. Notstandshilfe) mit etwa
3,5 Mrd. S veranschlagt werden. Die indirekten Kosten (in Form von entgangenen
Sozialversicherungsbeiträgen und Lohnsteuereinnahmen) können mit knapp über
4 Mrd. S beziffert werden.
        

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