Full text: Saisonale Muster von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in Österreich (54)

31. Einleitung
Ein charakteristisches Merkmal des österreichischen Arbeitsmarktes sind relativ
hohe Saisonschwankungen1. Dafür zeichnen die "typischen" Saisonbranchen Land-
und Forstwirtschaft, Bauwesen und Fremdenverkehr hauptverantwortlich.
Während Bauwirtschaft, Baustoffindustrie, Land- und Forstwirtschaft aufgrund der
Witterung im Winter einen starken Beschäftigungseinbruch verzeichnen, kennt der
Fremdenverkehr im Sommer und Winter Saisonspitzen, ist dafür im Frühling und
Herbst nur relativ schwach ausgelastet.
Das Ausmaß und Muster der österreichischen Saisonarbeitslosigkeit im internatio¬
nalen Vergleich wurden zuletzt von Riese et al. (1989) analysiert. Danach wies
Österreich im Zeitraum von 1979/86 gemeinsam mit Belgien die nach Dänemark
höchste Saisonarbeitslosigkeit auf. Betrachtet man die relative Bedeutung lag
Österreich mit einem Gewicht von 35 % der Saison- an der Gesamtarbeitslosigkeit
eindeutig an der Spitze vor Norwegen (18 %). Für den hohen Beitrag war aller¬
dings die relativ geringe Arbeitslosenquote mitentscheidend. Erweitert man die
Analyse des Bestandes an saisonaler Arbeitslosigkeit um die Zu- und Abgänge,
zeigt sich bei den männlichen österreichischen Arbeitslosen ein prägnantes
Saisonmuster. Lediglich Deutschland und Dänemark wiesen ähnliche, wenn auch
weniger ausgeprägte, Schwankungen auf. In Österreich erfolgt der Aufbau der
Arbeitslosigkeit insbesondere in den Monaten Oktober bis Jänner. In den ersten
beiden Monaten dieses Zeitraum geht dies auf den schwachen Abstrom aus der
Arbeitslosigkeit zurück, während im Dezember/Jänner der starke Zustrom
dominiert. Hingegen geht die Saisonkomponente des Bestandes insbesondere in
den Monaten März/April aufgrund des hohen Abstroms zurück. Die
Sommermonate sind durch geringe saisonale Schwankungen gekennzeichnet.
Generell weisen die Frauen durchwegs geringere Schwankungsbreiten der
Arbeitslosenquoten im Jahresvergleich auf. In der erwähnten Untersuchung von
Riese et al. findet sich Österreich in dieser Hinsicht hinter Belgien und Dänemark
an dritter Stelle. Charakteristisch ist unter anderem der hohe Einstrom von weibli¬
chen österreichischen Beschäftigten in die Arbeitslosigkeit in den Monaten
1) vgl. zum Folgenden Butschek (1992)
        

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