Full text: Saisonale Muster von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in Österreich (54)

92.3. Analytische Saisonfaktoren
Mit Hilfe eines "Unobserved Component Models" kann eine Zeitreihe in die Trend-,
in die Saison- und in eine irreguläre Komponente zerlegt werden. Dieses Verfahren
ermöglicht es, die Schwankungen der Beschäftigung und der Arbeitslosigkeit, die
auf saisonale Effekte zurückzuführen sind, zu extrahieren und Aussagen über die
Höhe der Saisonbeschäftigung zu treffen. Aus Übersicht 2.3-1 ersieht man den
jeweiligen Jahresmittelwert der Beschäftigung und die saisonale Amplitude, die
anhand des UC-Modells ermittelt wurde. Die Anzahl der Saisonbeschäftigten steigt
im Zeitverlauf danach von 131.000 auf 143.000 Personen, der Anteil der Saison-
an der Gesamtbeschäftigung liegt damit knapp unter 5 %.
Aus Grafik 3 und 4 läßt sich das ausgeprägte und sehr stabile Saisonmuster bei
der Beschäftigung und der Arbeitslosigkeit von 1986 bis 1993 erkennen. Die
Beschäftigungshöchststände werden in den Monaten Juli, August und mit abge¬
schwächter Tendenz im September erreicht. In den Folgemonaten fällt die Beschäf¬
tigung steil ab und erreicht ihren Tiefststand im Jänner, um danach wieder anzu¬
steigen. Die Daten zeigen weiters einen leichten Beschäftigungseinbruch im April.
Bis auf diesen Einbruch verläuft die zeitliche Entwicklung der saisonalen Kompo¬
nente der Arbeitslosigkeit synchron (natürlich spiegelverkehrt). In den Monaten
Juni bis September erreicht die saisonale Arbeitslosigkeit ihren Tiefststand, steigt
dann ab Dezember steil an, erreicht ihren Höhepunkt im Jänner, fällt dann im
Februar leicht ab, dieser Abbau setzt sich in den Folgemonaten fort.
Das Analyse mittels des UC-Modells erlaubt es, die saisonalen Beschäftigungs¬
schwankungen in den einzelnen Wirtschaftsklassen zu extrahieren. Um die Werte
vergleichbar zu machen, wurden multiplikative Saisonfaktoren verwendet. Aus
Übersicht 2.3-2 läßt sich grob eine Dreiteilung der Wirtschaftszweige in Hinblick
auf die Bedeutung der saisonalen Fluktuationen ableiten. An der Spitze der
Branchenhierarchie steht die Landwirtschaft, dann folgen mit beträchtlichem
Abstand das Gaststätten- und das Bauwesen. Eine zweite Gruppe mit eindeutig
geringerem Saisoneffekt stellen die Branchen Steine, Kunst und Bergbau dar. Die
anderen Wirtschaftszweige weisen nur sehr geringe saisonale Beschäftigungs¬
schwankungen auf.
        

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