Full text: Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (71)

Tabelle 8
Nettoschuldenau/nahme der Liinder ohne Wien (Mio S)
Ver1l.nderung dCI innere Anleihen davon NiederölttcITcich VerllnclerunK cl..
SchuldenJtandea ohne Schuldenll.nd., ein,cht
innere Anleihen innere Anleihr:n
1980 3.800 82 120 3.882
1981 3.610 333 115 3.942
1982 3.772 621 300 4.392
1983 3.831 772 427 4.602
1984 3.582 17 37 3.565
1985 2.191 1.105 820 3.296
1986 908 1.575 1.208 2.483
1987 1.122 1.736 1.736 2.858
1988 - 165 987 1.217 822
1989 -2.153 2.726 1.444 573
1990 199 1.189 1.728 990
1991 - 232 1.846 718 1.614
Quelle; ÖSTAT, Geb.runlllübonichten.
neren Anleihen" um "Schulden", die das Land nicht am Kapitalmarkt,
sondern "bei sich selbst" aufnimmt. Die Länder verwenden ihr liquides
Finanzvermögen zur Budgetfinanzierung.
Es handelt sich bei diesem Finanzvermögen meist um zweckgewidmete
Rücklagen, die entweder für die Finanzierung großer Investitionsvorha-
ben bestimmt sind oder zur Wohnbaufinanzierung herangezogen wer-
den. In der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung wird die Abdeckung
der Budgetdefizite in Form von "inneren Anleihen" wie eine Rücklagen-
entnahme verbucht. Aus der Sicht der Maastrichter-Kriterien sind daher
die "inneren Anleihen" wohl im "Net lending" enthalten, nicht aber im
Schuldenstand, da intragovernmentale Verbindlichkeiten und Forderun-
gen zu konsolidieren sind. Die "inneren Anleihen" sind auch nicht im
Schuldenstand laut GebarungsUbersichten des ÖSTAT und des Finanz-
schuldenberichtes der Österreichischen Postsparkasse inkludiert.
Steigt der öffentliche Finanzierungsbedarf eines Jahres - etwa durch
den Bau der niederösterreichischen Landeshauptstadt -, dann führt das,
vorausgesetzt es handelt sich dabei um eine öffentliche Investition im
Sinne der VGR, unabhängig von der Finanzierungsform (RUcklagen
oder Finanzschulden oder Finanzierungsmix) zu einer Verschlechterung
des "Net lending". Kann der öffentliche Finanzierungsbedarf nicht mehr
durch Rücklagenentnahmen gedeckt werden, erhöht sich in weiterer
Folge auch der Schuldenstand. Hätte Niederösterreich die administrati-
ven Defizite nicht durch "innere Anleihen" finanziert, wäre zwar bei
Baubeginn ein höherer Schuldenstand von Niederösterreich zu verzeich-
nen gewesen, dieser würde aber während der Bauzeit langsamer anstei-
gen. Fazit ist, daß nicht - wie oft vermutet - die "inneren Anleihen" pro
futuro zu einer Verschlechterung des "Net lending" fuhren werden, son-
dern zusätzliche Investitionsvorhaben.
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