Full text: Die betrieblichen Kosten der Lehrlingsausbildung (67)

1. Die Stichprobe und die Erhebung
1.1. Vorgangsweise
Die Grundgesamtheit für die Auswahl der Stichprobe bildete die Datei der Lehrverträge, die
auch als Datenbasis für die AK-Lehrlingsstatistik dient. Zum Zeitpunkt der Auswahl (Juli
1995) waren in dieser Datei 44.037 Betriebe enthalten. Aus dieser Masse wurde vom Institut
für empirische Sozialforschung (IFES) eine geschichtete Stichprobe von 1622 Betrieben
gezogen, um eine Mindestzahl von 30 Betrieben für die größeren Lehrberufe zu
gewährleisten (26 Lehrberufe wurden dabei explizit berücksichtigt, die übrigen wurden in
weitere 3 Kategorien zusammengefaßt: Sonstige Lehrberufe mit erheblichem Technik¬
einsatz, ohne Technikeinsatz, und restliche Berufe; zur Dokumentation vgl. die Aufstellung
in Anhang I). Die Schichtung erfolgte nach Lehrberufen und nach Bundesländern, wobei
jeder Betrieb für einen bestimmten Lehrberuf in die Auswahl kam, und nur für diesen oder
einen nahe verwandten Beruf befragt wurde. Als Betriebskonzept wurde die an der
jeweiligen Adresse aufgefundene Betriebsstätte gewählt, die Angaben wurden also z.B. über
die jeweilige Filiale oder das jeweilige Zweigwerk erhoben, nicht aber über das
Gesamtunternehmen.1
Durch Projektion auf die Gesamtzahl der Lehrlinge im jeweiligen Lehrberuf unter
Berücksichtigung der Anzahl der Lehrlinge pro Betrieb wurde die Schichtung bei der
Berechnung der Kosten wieder aufgehoben. Dies war notwendig, weil letztlich Ergebnisse
für die Grundgesamtheit angestrebt werden.
Es wurden mündliche Interviews durch geschulte Mitarbeiter des IFES in den Betrieben
durchgeführt. Zielpersonen für die Interviews waren die für die Administration der
Lehrlingsausbildung zuständigen Personen (zur Verteilung der Positionen der Interview¬
partnerinnen vgl. Anhang I). Der Befragungszeitraum war zwischen 23. August 1995 und
13. Oktober 1995. Das Erhebungsinstrument wurde gemeinsam von IFES und IHS
zusammengestellt, wobei aus Gründen der Vergleichbarkeit der Ergebnisse vorwiegend eine
Replikation von vorhandenen Studien durchgeführt wurde (vgl. Anhang 2)2
Gegenüber den verfügbaren Studien wurden jedoch wesentliche zusätzliche Schritte zur
Sicherung der Ergebnisse unternommen:
— Um das unterschiedliche Antwortverhalten von Betrieben kontrollieren zu können wurden
vom IHS einige verfügbare Variablen aus der Bruttostichprobe herangezogen, die über
wichtige Faktoren der Lehrlingsbeschäftigung Auskunft geben können. Dadurch können
wesentliche Parameter der Lehrlingsbeschäftigung zwischen antwortenden und
nichtantwortenden Betrieben verglichen werden. Obwohl hier Unterschiede in manchen
Variablen aufgetreten sind, haben diese aber keinen Effekt auf die Ergebnisse.
1 In manchen Fällen verursachte dies Probleme, da bestimmte Angaben nur in der Zentrale verfügbar waren.
2 Der Vergleich bezieht sich auf Stepan et al. (1994), Die betrieblichen Kosten der Berufsausbildung, Wien (ibw) und
ein Forschungsprojekt des BIBB, Erhebung der betrieblichen Kosten der beruflichen Ausbildung unter
Berücksichtigung von Aspekten des Kosten-Nutzen-Verhältoisses; Vgl. BIBB (1994), Kosten und Nutzen der
betrieblichen Berufsausbildung. Erste repräsentative Untersuchungsergebnisse, Bonn und Berlin (mimeo).
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