Full text: Beschäftigungs- und Budgetpolitik (66)

48 Im Gegensatz zu Österreich herrscht bei den dänischen Gewerkschaften nicht das Industriegruppen- sondern das Berufsgruppenprinzip: Es gibt Arbeiter- (Dachver¬ band: LO), Angestellten- (Dachverband: FTF) und Akademikergewerkschaften (Dachverband: AC). Assoziiert zur LO, dem größten dieser Dachverbände, sind 24 Gewerkschaften mit etwa 1,5 Millionen Mitgliedern. Die wichtigsten davon sind: Han¬ dels- und Büroarbeiterinnen (HK), Allgemeine Arbeitergewerkschaft (SID), Gewerk¬ schaft der im öffentlichen Dienst Beschäftigten, Metallarbeitergewerkschaft sowie ei¬ ne eigene Frauengewerkschaft. Die Zuordnung zu einer bestimmten Gewerkschaft ist nicht immer ganz eindeutig (zB zwischen HK und FTF), im allgemeinen gilt aber, daß man auch bei Berufswechsel, -auf- und -ausstieg in der Gewerkschaft bleibt, in der man ursprünglich begonnen hat. Der Gewerkschaft gegenüber stehen die DA, der Arbeitgeberdachverband, und mit untergeordneter Bedeutung die SALA, der Verband der Arbeitgeber in der Landwirt¬ schaft. Auch hier gilt, daß kein Betrieb unmittelbar Mitglied der DA ist, sondern einer der Arbeitgebereinzelorganisationen angehört. Insgesamt betreut die DA etwa 500.000 Unternehmer. Daneben gibt es aber auch viele Unternehmen, die nicht or¬ ganisiert sind, und sozusagen als free-rider Nutzen aus den Sozialpartnerabspra¬ chen ziehen, wobei auch hier gilt, daß die Tarifverträge nur für die Mitglieder der DA gelten. In der dänischen Unternehmensstruktur dominieren Klein- und Mittelbetriebe. Zwei Drittel der Beschäftigten sind im Dienstleistungssektor (mit steigendem Anteil), wo¬ von etwas mehr als die Hälfte in der Privatwirtschaft tätig sind. In Dänemark gibt es etwa 500 bis 600 Kollektivverträge (mit leicht rückläufiger Ten¬ denz). In den Siebziger Jahren wurden die Tarifverträge primär zentral verhandelt, allerdings begleitet von Detailverhandlungen auf Betriebs- und Branchenebene. Die Abschlüsse waren begleitet von Indexierungsklauseln, außerdem kam es teilweise zu Lohnwettläufen insbesonders im Gültigkeitsbereich des Minimallohnsystems. Nach den Ölpreisschocks kam es 1975, 1977 und 1979 zu keinen Einigungen und der Reichstag beschloß gesetzliche Lohnbestimmungen. Durch die dabei

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