Full text: Vorschläge zur Industriepolitik (17)

VORWORT
Der Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen hat sich im Sommer
1969 die Aufgabe gestellt, Grundzüge einer österreichischen Industrie-
politik zu erarbdten. Diese Untersuchung sollte von den strukturellen
Stärken und Schwächen und den Besonderheiten der österreichischen
Industrie ausgehen und auf bestimmte industriepolitische Ziele
gerichtet sein. Die Zielvorstellungen wurden· primär von den Er-
fordernissen eines weltweiten Wettbewerbs, aber auch von dem
Streben nach einer möglichst weitgehenden Eigenständigkeit der
österreichischen Wirtschaft und von den Entwicklungsmöglichkeiten
derselben abgeleitet. Wesentlichstes Ziel dieser Bemühungen war es,
durch eine Verstärkung der Industriepolitik ein höheres Wachstum
der Gesamtwirtschaft und damit auch positive Effekte in allen
anderen Wirtschaftsbereichen herbeizuführen.
Die Fragen der Industriepolitik wurden in intensiven Beratungen
im Rahmen einer eigenen Arbeitsgruppe behandelt. Auf Grund
dieser Untersuchung wurde hervorgehoben, daß trotz der be-
achtenswerten Aufbauleistungen noch folgende Strukturprobleme
der österreichischen Industrie bestehen:
Der hohe Anteil der Grundindustrien und der traditionellen
Konsumgütererzeugung an der österreichischen Industrieproduktion
hat zur Folge, daß sie einen relativ geringen, aber doch steigenden
Anteil von Produktionen mit raschem Wachstum aufweist. Ganz
allgemein sind noch relativ viele Produktionen vorhanden, die in
ihrer Konkurrenzflih.igkeit zurückbleiben und zu Gremanbietern
werden. Der nach wie vor zu geringe Aufwand für Forschung und
Entwicklung bedingt, daß nur verhältnismäßig wenig ne~e Pro-
dukte aus eigener Forschung und Entwicklung erzeugt werden.
Die Umstellung auf konkurrenzfllhige und wachstums starke Pro-
duktionen stößt des öfteren auf Schwierigkeiten, die einerseits im
Managementbereich, anderseits oft in der fehlenden finamiellen
Basis der Unternehmen zu finden sind. Die oft sehr gut und dynamisch
geführten Unternehmen mittlerer Größe haben gelegentlich Schwie-
rigkeiten im Management und in der Finamierung, wenn sie sich
zu Großunternehmen auszuweiten trachten. Dieser Umstand ist
für die Weiterentwicklung der österreichischen Industrie deswegen
        

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