Full text: Beschäftigungspolitik (72)

- Erarbeitung von Infonnationsunterlagen zur beruflichen Weiterbildung
fUr die Beratung der Nachfrager und Anbieter auf den regionalen Wei-
terbildungsmärkten
3. Qualiflzierune von Arbeitslosen und von Personen, die unmittelbar
von Arbeitslosiekeit bedroht sind
3.1. VerAnderung des Arbeitsmarktes und der Berufswelt
Die fUr 1995 und darüber hinaus prognostizierte Arbeitsmarktentwicklung
läßt erkennen, daß trotz Wirtschaftswachstum die Beschäftigungsprobleme
nicht automatisch gelöst werden. Wirtschaftswachstum kann zwar zusätzliche
Arbeitsplätze schaffen, eine streng lineare Kausalität ist jedoch nicht mehr ge-
geben. Deutlich mehr als die Hälfte des erwarteten Wachstums wird in Pro-
duktivitätssteigerungen fließen, was zwar die Wettbewerbsposition Österreichs
verbessert, aber die Arbeitsplatzlücke kaum verändert.
Nun kann die Arbeitsmarktpolitik, ungeachtet der ArbeitsplatzlUcke, den
Arbeitsmarkt sicher auch nachfrageseitig wirksam beeinflussen.
Dabei fällt Qualifizierungsmaßnahmen eine wesentliche Aufgabe zu. Qua-
lifizierung ist aber nicht nur als eine kurzfristig wirksam einsetzbare Maßnah-
me der Arbeitsmarktpolitik zu sehen. Sie ist auch eine Schlüsselstrategie rur
die Anpassung der Beschäftigten an längerfristige und einschneidende Verän-
derungen der Arbeitsmärkte. Die pennanent erforderliche Anpassungsfllhig-
keit an veränderte Arbeitsplätze werden zu neuen Schlüsselbereichen der be-
ruflichen Bildung und Sozialisation. Von den kurz- wie längerfristig erforder-
lichen Veränderungen der Arbeitswelt sind unterschiedliche Gruppen von Ar-
beitskräften sehr unterschiedlich betroffen.
3.2. Zu den Problemgruppen
Im folgenden werden jene Zielgruppen berücksichtigt, die als arbeitsmarkt-
politische "Problemgruppen" definiert werden können. Damit ist gemeint:
"schwer vennittelbar", qualifizierungsbedürftig, anfällig tur lange oder wie-
derholte Verweil dauer im Leistungsnetz des AMS.
3.2.1. Langzeitarbeitslose
Selektionsmechanismen am Arbeitsmarkt bewirken, daß - bei anhaltendem
Defizit an Arbeitsplätzen - Langzeitarbeitslosigkeit zunimmt.
Insbesondere sind folgende quantitativ bedeutsame Gruppen einem erhöh-
ten Risiko, von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen zu sein, ausgesetzt:
Arbeitslose in höherem Lebensalter
Arbeitslose mit gesundheitlichen Einschränkungen
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