Full text: Beschäftigungspolitik (72)

- ein intensiver allgemeiner und berufsfeldbezogener Sprachuntenicht,
sollten die Kenntnisse der deutschen Sprache nicht ausreichen
unterstützte und professionell durchgefUhrte Eingliederung in eine neue Ar-
beitsumwelt stützen. Schon allein die Feststellung von Art und Grad der
"Behinderung" und die Gewährung von Schutzrechten kann, unbedacht
durchgefUhrt, Personen mit Einschränkungen das Verlassen des geschützten
Sektors fUr immer unmöglich machen. Da diesen dann auch die Bewerbungs-
erfahrung fehlt, bricht eine solche Entwicklung den Teufelskreis von Margi-
nalisierung und Vorurteil nicht auf.
Qualifizierungsmaßnahmen sind fUr den Transfer vom "geschützten" in den
"offenen" Arbeitsmarkt von entscheidender Bedeutung.
Vor allem verhindert eine beherzte Qualifikationsstrategie, daß die Behin-
derung anstelle des Potentials der einzelnen Personen zum Ansatzpunkt der
"Behindertenpolitik" wird. Deren Ziel muß und soll, soweit irgendwie mach-
bar, allemal der offene Arbeitsmarkt sein, der ungehinderte Zugang zu Ausbil-
dungsmöglichkeiten und "normalen" Arbeitsplätzen.
In der Praxis zeigt sich jedoch, daß die vorrangige Orientierung auf einen
offenen Arbeitsmarkt einer nicht zu vernachlässigenden Gruppe behinderter
Arbeitsloser nicht gerecht werden kann: die Bereitschaft der Unternehmen,
Personen mit definierten Leistungsdefiziten einzustellen, sinkt. Wenn sich bei
einer gewissen Sockelarbeitslosigkeit die "Schließungsprozesse" am Arbeits-
markt verschärfen, bedeutet dies fUr schwer behinderte Menschen die beinahe
vollkommene Ausgrenzung vom sogenannten "offenen" Arbeitsmarkt.
Eine wichtige Grundlage rur die Ermöglichung wirksamer Qualifizie-
rungsmaßnahmen fUr insbesondere körperlich Behinderte stellt auch die Um-
setzung der Integration von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf in der Primar-
und Sekundarstufe im österreichischen Schulwesen dar.
Nicht alle behinderten Arbeitnehmerinnen können in "normale" Unterneh-
men integriert werden. Von den Schwächsten kann und darf nicht unter dem
Titel "Integration" die in vielen Fällen chancen lose Integration am "Markt"
verlangt werden.
Nur ein breit gefltchertes Maßnahmenbündel besitzt Chancen, Behinderten-
arbeitslosigkeit zu reduzieren. Für unterschiedliche Zielgruppen und Problem-
lagen müssen differenzierte Angebote zur Aufschließung des Arbeitsmarktes
erhalten und ausgebaut werden: von der beruflichen Ausbildung und Rehabili-
tation, über die Förderung von Beschäftigungsverhältnissen bis zur Erwerbs-
tätigkeit in "besonderen" Unternehmen, die das Leistungsvermögen ihrer Mit-
arbeiterInnen besonders berücksichtigen können.
3.2.5. Auslttndische Arbeitslose
Ausländische Arbeitslose haben oft sowohl unzureichende Deutschkennt-
nisse als auch unzureichende bzw. nicht arbeitsmarktgerechte berufliche Qua-
lifikationen.
Folgende Maßnahmen fUr ausländische Arbeitslose werden als wichtig er-
achtet:
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