Full text: Beschäftigungspolitik (72)

günstigen Rahmenbedingungen bescheidener ausfallen als etwa in den hoch-
gesteckten Erwartungen des Bangemann-Berichts.
So ergab etwa die Abschätzung rur Österreich rur die Periode 1991/2001
(bei konstantem Teilzeitanteil) eine erwartbare Beschäftigungszunahme von
rund 5%, was dem Zuwachs in der Dekade zuvor entspricht. Dies geht einher
mit starken sektoralen Unterschieden, wobei der informationsbezogene Dienst-
leistungssektor die höchsten Zuwachsraten an Beschäftigung erwarten läßt
(über die genannte Periode bis ca. 30%). Allerdings stellen in diesem Bereich
die potentiellen Auswirkungen der Postreform eine gewisse Unbekannte dar.
Die mit der Diffusion von Kommunikationstechnik zunehmend ermöglichte
Ortsunabhllngigkeit und Handelsfllhigkeit der Erbringung bestimmter Dienst-
leistungen (Telearbeit, Teleshopping, Tele-Unterricht) birgt zusätzliche Unsi-
cherheitsfaktoren rur eine vorausschauende Abschätzung quantitativer Be-
schäftigungswirkungen auf nationaler Ebene. Es ist jedenfalls von gesteigerter
geographischer Mobilität informationsbezogener Arbeit auszugehen, aller-
dings war dieser spezielle Themenkomplex nicht Gegenstand der zugrundelie-
genden Studie.
2.3. Zur SchlUsseirolle von Telekommunikationsdiensten und
Produktinnovationen
Sektorale und branchenbezogene Auswirkungen des Einsatzes von Kom-
munikationstechnik ließen sich anhand kontinuierlicher Zeitreihen uber die
bisherige Entwicklung des Telekommunikationseinsatzes in Dänemark genau-
er quantifizieren und rur Rückschlüsse auf allgemeinere Effekte von Tele-
kommunikationsanwendungen heranziehen. Die Analysen ergaben dabei einen
deutlichen Unterschied rur Telekommunikationsdienste im Vergleich zu Tele-
kommunikationsausrüstung: In Sektoren mit allgemein expandierender Be-
schäftigung (überwiegend Dienstleistungen) scheinen Telekommunikations-
dienste einen solchen Trend deutlich zu unterstützen, wogegen ihr Einsatz in
Sektoren mit generell negativem Beschäftigungstrend die Arbeitsplatzverluste
in einigen Branchen abschwächen oder gar stoppen konnte (z. B. im Papier-
und Drucksektor), in anderen aber die Beschäftigungseinbußen noch verstärkte
(z. B. in der Landwirtschaft, der Nahrungsmittel-, der Textil- und Beklei-
dungsbranche). Anders sind die branchenbezogenen Auswirkungen im Fall
des Konsums von Telekommunikationsausrüstung: Hier ist das Bild weniger
klar, aber negative Beschäftigungseffekte scheinen - offenbar aufgrund der
Substitution von menschlicher Arbeit durch technische Mittel- insgesamt eher
zu dominieren.
Eine darauf aufbauende ModelIierung unterschiedlicher Entwicklungssze-
narien rur Beschäftigungsverllnderungen bis zum Jahre 2005 erlaubte einige
Vergleiche von Größenordnungen der Effekte bei verschiedenen Entwick-
lungsannahmen. Sie zeigten unter anderem, daß ein positives Verhältnis von
Produkt- im Vergleich zu Prozeßinnovationen sehr wichtig rur die Schaffung
von Beschäftigung ist und damit auch die Förderung von Produktinnovationen
als Voraussetzung rur die Erschließung neuer Märkte.
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