Full text: Beschäftigungspolitik (72)

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2.4. Herausforderungen mr das Management: organisatorische
Innovationen, neue Qualifikationsproflle
Qualitative Beschäftigungseffekte beinhalten zunächst Auswirkungen auf
der Organisationsebene. Gekoppelt mit geeigneten organisatorischen Maß-
nahmen und Strategien der Personalentwicklung ermöglicht der Einsatz fort-
geschrittener Kommunikationstechnik eine Verbesserung der organisatori-
schen Leistungsfähigkeit; hinzu kommt der unterstützende Beitrag zu Verän-
derungen in Richtung organisatorischer Dezentralisierung sowie Verringerung
und Abflachung von Hierarchieebenen. Allerdings ist zu betonen, daß es sich
dabei nicht um zwangsläufig von der Technik ausgehende Veränderungen
handelt, sondern gezielte Reorganisationskonzepte und Strategieentscheidun-
gen zur Nutzung technischer Potentiale erforderlich sind.
Dem Management kommt somit eine Schlüsselrolle bei der Ausschöpfung
der Potentiale der neuen Kommunikationstechnologien zu. Gegenwärtig dro-
hen oft auf radikale Beschäftigungssenkung verkürzte Unternehmensstrategien
die Innovationen als zentrale Größe zu vernachlässigen und in der Folge be-
schäftigungsmäßig zu negativen Abwärtsspiralen zu führen. Demgegenüber
scheint der Kommunikationstechnikeinsatz Potentiale für die Unterstützung
positiver Aufwärtsspiralen zu besitzen: wenn dabei von Managementseite die
Motivierung und Qualifizierung des Personals als Generator von Innovation
und Wettbewerbsfllhigkeit in den Mittelpunkt gestellt wird, kombiniert mit
vorausschauend angelegten Anstrengungen zur Entwicklung neuer Märkte und
Kosteneinsparungen in anderen Bereichen, z. B. durch verringerte Koordinati-
ons- und Transaktionskosten - untemehmensintern wie im zwischenbetriebli-
chen Verkehr - mittels Kommunikationstechnik.
Berufliche Auswirkungen ergeben sich in Form von größeren arbeits inhalt-
lichen Veränderungen (z. B. Ersatz von persönlichen Diensten durch Selbst-
bedienung und automationsunterstützte Arbeit) sowie Bedeutungszunahmen
oder -einbußen für einzelne Berufs- bzw. Tätigkeitsgruppen. Die größten Ver-
lierer scheinen alle Kategorien von Routinearbeiten und Hilfstätigkeiten zu
sein (ohne daß deswegen geringe Qualifikation erfordernde Berufspositionen
gänzlich verschwinden würden). Dagegen dürften aber hoch professionalisier-
te Informations- und Beratungskräfte das Gros der neuen Berufe stellen: z. B.
Leute, die mit dem Generieren, Strukturieren und Management von Informati-
on befaßt sind, die durch die Netze fließt (Netzwerkunternehmer, Spezialisten
rur graphische Präsentationen, Softwareproduzenten und Systemmanager etc.).
Zu den wichtigsten beruflichen Gewinnern werden wahrscheinlich Ingenieure
und Hochschulabsolventen mit technisch-wirtschaftlichen, informations- und
medien bezogenen Qualifikationen sowie neue dienstleistungsorientierte Klein-
unternehmer und on-line Kundenbetreuer zählen. Zu erwarten sind überdies
eine weitere Ausdifferenzierung von Fachqualifikationen, deren stärkere Inte-
gration mit Managementrollen, Einbußen bei mittleren Managementfunktio-
nen und Verlagerungen bei Sekretariatsaufgaben.
        

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