Full text: Beschäftigungspolitik (72)

hen (seit Jänner 1994; Laufzeit: drei Jahre); geschätzter Beschl1ftigungs-
effekt: 8.000 Beschäftige (2.200 Vollzeitarbeitsplätze)
Deutschland - Steuererleichterung für die Anstellung von HaushaitshilJen:
Absetzbarkeit der Lohnkosten filr angemeldete (sozialversicherte) Haus·
haltshilfen bis max. umgerechnet 84.000 S (DM 12.000) pro Jahr filr
Haushalte mit I bis 2 Kindern unter zehn Jahren (seit 1989); seit
1995/96 Erhöhung auf max. 168.000 S (DM 24.000) und Ausdehnung
auf alle Haushalte.
Finnland - Steuererleichterung für die Anstellung von HaushaltshilJen:
Steuer· und Sozialversicherungsbeitragsbefreiung auf Löhne bis zu um·
gerechnet 10.150 S pro Jahr filr jeden Arbeitgeber eines im Haushalt Be-
schäftigten (seit 1994)
Frankreich - Emplois familiaux: Steuerkonzessionen filr private Haushalte,
die Hausangestellte beschäftigen - Verringerung der Einkommensteuer
in Höhe von 50% der getätigten Ausgaben rur hllusliche Hilfen inkl. Be-
treuungspersonal bis zu max. FF 90.000 pro Jahr (d. h. max. FF 45.000
jährlich) bei Verwendung des Dienstleistungscheques (seit Jänner 1992,
adaptiert 1994/95); nach Schätzungen wurde dadurch ein Äquivalent
von 30.000 Vollzeitarbeitsplätzen geschaffen. Dieser Erfolg filhrte An-
fang 1994 zur Einfilhrung eines weiteren Modells, des Dienslleislungs-
Cheques: Erleichterung der administrativen Formalitäten (Arbeitsverträ-
ge, Sozialversicherungsbeiträge, Steuerzahlung) rur Haushaltsbeschäftig-
te (Haushaltshilfe, Kinder- und Krankenbetreuung, Altenhilfe, Nachhil-
fe, Gartenarbeiten; keine Pflegedienste); Beschäftigungseffekt: 37.000
Vollzeitarbeitsplätze; 1996 wurde schließlich das Modell Titre-Emploi
Service geschaffen: Befreiung von Sozialversicherungsbeiträgen (Arbeit-
geber und -nehmer)
Niederlande - De Schoonmaak.5ter: Bekämpfung der Schwarzarbeit durch
substantielle Minderung der Arbeitskosten rur Firmen, die haushaltsnahe
Dienstleistungen anbieten (seit Jänner 1996); weiters wurden kürzlich
kommunale Pilotprojekte im Reinigungssektor gestartet: Privatpersonen
können gegen eine Bezahlung von umgerechnet 95 S (15 HFL) pro
Stunde Reinigungsarbeiten durchfilhren lassen. Reinigungsfirmen erhal-
ten zwei Jahre lang bis zu 113.000 S (18.000 HFL) an Fördermitteln als
Lohnsubvention. Dafilr müssen sie mindestens ein Jahr lang einen Lang-
zeitarbeitslosen im Ausmaß von mindestens 32 Stunden pro Woche be-
schäftigen. Dieser kann 120% des Mindestlohnes verdienen. Die Unter-
nehmen müssen Verträge über Reinigungsarbeiten mit Auftraggebern
vorlegen. Erwarteter Beschäftigungseffekt: 5.000.
Prinzipiell beruhen die diskutierten Modelle auf zwei Ansätzen: Angebots-
seitig durch Senkung der Kosten der Dienstleistungserbringung per Senkung
der Arbeitskosten (vor allem Reduktion oder Ausnahme von Arbeitgeberbei-
trägen zur Sozialversicherung), oder nachfrageseitig durch Steigerung der
Nachfrage nach offiziellen Dienstleistungen per Erhöhung der Kaufkraft der
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