Full text: Beschäftigungspolitik (72)

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Filr die meisten Berufsfelder wird ein Grundstock an Kenntnissen compu-
tergestiltzten Arbeitens, neuerdings speziell des Umgangs mit modemen
Kommunikationsmedien ("networking Iiteracy") zur BasisqualifIkation. Die
breite Vermittlung dieser BasisqualifIkation in Aus- und Weiterbildung erach-
tet der Beirat als unabdingbare wirtschafts- und bildungspolitische Maßnahme:
Sie ist eine der entscheidenden Voraussetzungen datur, daß der Einsatz der
neuen Kommunikationstechnologien einen positiven Beitrag zur Beschäfti-
gungsentwicklung leisten kann. Fernunterricht ist ein Einsatzbereich der neuen
Medien, dessen Bedeutung bereits deutlich zugenommen hat. Er kann bei ent-
sprechenden Rahmenbedingungen eine wesentliche Funktion fUr die Weiter-
bildung ertullen, da er zeitliche und regionale Teilnahmeprobleme reduziert.
Ein Modell, das Bildung, Berufstätigkeit und Freizeit in geschlossenen Le-
bensphasen blockt, entspricht nicht mehr den beschäftigungspolitischen Not-
wendigkeiten. In diesem Zusammenhang empfiehlt der Beirat auch die Unter-
suchung verschiedener internationaler Modelle der "Job·Rotation", die auch
aus bildungspolitischen Gesichtspunkten von Interesse sind, bezilglich ihrer
Anwendbarkeit in Österreich (vgl. dazu auch unter "Modelle der Umverteilung
von Arbeit zur Schaffung von mehr Beschäftigung").
2.1.3. Bessere Abstimmung von Schule und Weiterbildung
Der Beirat tur Wirtschafts- und Sozial fragen hat sich schon in der Studie
"Qualifikation 2000" intensiv mit Ausbildungsfragen auseinandergesetzt. Ei~
nige der Vorschläge dieser Studie, z. B. die GrUndung der Fachhochschulen,
wurden von der Regierung aufgegriffen und realisiert.
Die Ausbildung an den Schulen muß mit den Erfordernissen der Arbeits-
welt wesentlich intensiver verzahnt und die Durchlässigkeit zwischen den ein-
zelnen Ebenen des österreichischen Bildungssystems erhöht werden.
Schule und Weiterbildung sollen so miteinander verschränkt werden, daß
die Schule zur sicheren Ausgangsbasis tur das selbstgesteuerte Lernen in der
berufsbegleitenden Weiterbildung wird. Dem Lemwilligen muß sich in der
beruflichen Weiterbildung die Chance zu beruflichem Aufstieg bei individuell
gesteckten QualifIkationszielen bieten. Der Beirat ist sich in diesem Zusam-
menhang der großen Bedeutung der Schaffung von Fachhochschulen tur Be-
rufstätige bewußt. Es existieren derzeit noch zu wenige Studiengänge tur Be-
rufstätige.
Eine besondere Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt und für die Wei-
terbildung stellt das Fehlen eines positiven Pflichtschulabschlusses dar. Die
Möglichkeit des Nachholens des Hauptschulabschlusses sollte deshalb vorge-
sehen werden.
2.1.4. Finanzierung der beruflichen Weiterbildung
Das Weiterbildungssystem ist durch eine große Vielfalt der Angebote, An-
bieter und Finanzierungsquellen gekennzeichnet. Der Beirat hält es rur not-
wendig, sinnvolle Synergieeffekte anzustreben, um öffentliche Mittel mit
        

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