Full text: Immobilienmakler

Unterbleibt dieser Hinweis, entfällt der Provisionsanspruch zur Gänze. Wlrd der 
Hinweis jedoch gegeben, kann grundsätzlich weiter Provision in voller Höhe verlangt 
werden, sofern der Auftraggeber mit der weiteren Tätigkeit des Maklers einver­
standen ist. 
Höchst fraglich ist freilich, ob eine Doppeltätigkeit des Immobilienmaklers in derarti­
gen Fällen überhaupt ohne Interessenkollision zu Ende geführt werden könnte, wird 
doch in der Regel zu jenem Auftraggeber, mit dem ein persönliches oder wirtschaft­
liches Naheverhältnis besteht. ein intensiverer Informationsaustausch erfolgen und 
ein Rückzug auf die für die Zulässigkeit der Doppeltätigkeit erforderliche neutrale 
Position kaum zu bewerkstelligen sein. Rechtsprechung liegt zu dieser Frage seit 
Inkrafttreten des Maklergesetzes noch nicht vor. 
Wesentlichster praktischer Problemfall der Nahebeziehung ist die Maklertätigkeit 
des Hausverwalters, die auch zu einer Reihe von OGH-Entscheidungen geführt hat, 
wonach grundsätzlich ein Provlsionsanspruch des makelnden Hausverwalters 
gegeben sein kann, wenn die Maklertätigkeit Ober den normalen Umfang einer 
Hausverwaltertätigkeit hinausgeht. 
Der Gesetzgeber hat auf die von Mieter- und Konsumentenorganisationen vorge­
brachte Kritik an dieser Situation mit einer Abschiebung des Problems auf den 
Verordnungsgeber reagiert: da für den Hausverwalter, der von ihm verwaltete 
Wohnungen auch vermittle, der Aufwand regelmäßig geringer sein werde, sollte der 
Verordnungsgeber diesem geringeren Aufwand durch entsprechend niedrigere 
Höchstgrenzen in der lmmobilienmaklerverordnung Rechnung tragen 
Diese Provisionsbeschränkung ist nur teilweise erfolgt: nach § 21 der lmmobilien­
maklerverordnung 1996 (IMV) darf der makelnde Hausverwalter - sämtliche anderen 
Provisionsvoraussetzungen vorausgesetzt - für die Vermittlung einer Wohnung in 
einem von ihm verwalteten Haus höchstens eine Provision von zwei (statt sonst 
dre? Bruttomonatsmieten verlangen; eine weitere Red?ktion dieser Höchstgrenze 
für den Fall befristeter Mietverhältnisse erfolgt jedoch nicht. 
Die Reduktion der Höchstgrenze auf zwei Bruttomonatsmieten gilt Jedoch nicht, 
wenn es sich um die Vermittlung einer Eigentumswohnung handelt. und der Makler, 
der zugleich (Haus-)Verwalter ist, nicht vom Mehrheitseigentümer des betreffenden 
Hauses mit der Vermittlung beauftragt wurde.33 
""Die Formulien.mg des§ 21 Abs 3 IMV ist einigermaßen verunglOckt denn obwohl primäres 
Regelungsanliegen - aucll entsprechend dem Ausschußbericht zum Maklergesetz: - die Verringerung 
der vom Wohnungssuchenden zu zahlenden HOchslprovision war, wird in dieser Bestimmung nur 
auf den .Auftraggeber. der nicht Mehrheitseigentümer der Liegenschaft' Ist, abgestellt, was auch zu 
Mißverständnissen Ober die Bedeutung der Beslimmung gefOhrt hat (vgl Oslermayer, 
lmmobilienmaklerverordnung 1996, 40); gedacht war offenbar daran, daß der eine Wohnungs,. 
eigentumsanlage verwaltende Makler zu einem bloßen Minderhe1ts--WohnungseigentOmer ein 
weniger intensives Naheverhältnis hat als zu einem Mehrheitseigentomer bzw. zu den Eigentomem 
eines Mietshauses. 
34
        

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