Full text: Der Betriebsrat - 1921-22 Heft 24 (24)

'384 DER BETRIEBSRAT
Metallindustrie (Durchschnitts wochenlöhne):
Metaliarbeiter. Großbetrieb (Akkord) 28.000 K
Qualifizierte Hilfsarbeiter' 20.000 „
Metallarbeiter (Zeitlohn) . , 21.000 „
Coldarbeiter ("Minimum) 4 14.225 «
Goldarbeiter (Durchschnitt) . 26.000 »
Textilindustrie;
Spinner. Färber, Drucker .' 26.373 K
Baumwollweber , 14.620 .
Posamenteriearbelterinnen . 15.150 „
Hilfsarbeiterinnen 12.440 .
Chemischputzer (Wäscher) ... , 18.283 .
Arbeiterinnen in der Herrenwäschebranche . . 17.566 „
Professionisten .............. 20.320«
Indusrtrieansreste'llte (monatlich):
Schreiber. Kartothekbeamte bis 76.000 K
Saldokontisten bis 81.000 .
Zeichner. Magazinbeamte bis 90.000 „
Korrespondenten, Detailkonstrukteure bis . . . 105.000 „
Buchhalter. Kassiere bis ........... 145.000 „
Sonstige Bertrfe (wöchentlich):
Friseure V.". V. V.'. V. V. . .'.'. . . 10.000 K
Kellner (verpflegt) 3.810 «
Kinooperateure 17.850 „
Uhrmacher 13.564 „
Schmuckfedernarbeiteiinnen . 6.782 „
Buchhandlungsangestellte (monatlich) bis ... 68.000 «
Straßenbahnschaffner nach zehn Dienstjahren . . 93.729 „
Advokaturskonzipient (monatlich) 20.000 „
G
5 Bücherschau !
Neue sozialwissenschaftliche Literatur
Die grof'e Bedeutung, die die Gewerkschaften nach
dein Zusammenbruch 'erlangt haben, zeigt sich deutlich in
der Fülle der Literatur über alle Themen uud Probleme
des gewerkschaftlichen Lebens. Nicht nur die sozialistische
Partei, sondern auch alle anderen Parteien bemühen sich,
ihre Stellung zur GewerKschaftisfrage zu präzisieren. Vor¬
läufig sei nur'Literatur sozialistischer Parteien oder ihnen
nahestehender Kreise.' die sich äuf das Deutsche Reich be¬
zieht, angeführt.
Siegfried Nestriepk.e hat den theoretischen Teil
der neu bearbeiteten z.weiten Auflage des ersten Bandes
seines Werkes „Die Gewerkschaftsbewgung" als Sonder-
abdruck unter dertl Titel „Gewerkschaftsichre" erscheinen
lassen. Das .Euch . bring* eine . theoretische Untersuchung
über das Wesen, und Wirken der Gewerkschaften, ohne
vom Leser, zu .verlangen,, dal} er. sieh mit der Geschichte
der deutschen Gewerkschaftsbewegung auseinandersetze,
wie dies bei Nestriepkes Werk „Die Gewerkschaftsbewe¬
gung" selbst der Fall ist. In vier Kapiteln behandelt
Nestriepke die Prinzipien gewerkschaftlicher Verbindung
überhaupt, dann die Ziele, Methoden und Organisations¬
fragen des gewerkschaftlichen Kampfes.
Schon während des Krieges hat man eingesehen, daß
durch die geänderte wirtschaftliche Situation -die Gewerk¬
schaften vor neuc.i Aufgaben stünden, und man hat sich
bemüht, diese neuen Aufgaben zu formulieren. Die sozial¬
wissenschaftliche Bibliothek (Verlag für Sozialwissen¬
schaft) enthält mehrere Bände, die sich mit dem Problem
der Gewerkschaften beschäftigen. Im Jahre 1917 erschien
von Paul U m b r e i t „Die deutschen Gewerkschaften im
Weltkrieg", ein Werk, welches di° Kriegsarbeit der
deutschen Gewerkschaften schildert. Knapp vor dem Zu¬
sammenbruch erschien von dem gleichen Verfasser „Der
gewerkschaftliche Wiederaufbau nach dem Kriege". Hier
werden zunächst die Kriegswirkmigen auf die Gewerk¬
schaften und die wirtschaftlichen Umgestaltungen, die der
Krieg hervorgerufen hat, erörfert; dann setzt sich Um¬
breit mit den praktischen Fragen der Sozialpolitik aus¬
einander. Beide Bande stehen stark unter dem Eindruck
der Kriegsideologie. Im fünften Band «1er „Sozialwisssn-
schaftlichen Bibliothek" setzt Hermann Müller die Be¬
deutung des Marxistischen Denkgebäudes für die Gewerk¬
schaften auseinander, (Hermann Müller: „Karl Marx und
die Gewerkscliafleu.") Die.Tätigkeit und Entwicklung der
deutschen Angestelltenhewegutur während des... Krifges.
behandelt S. Aufhäuser im sechsten Band der gleiche*
Sammlung („Weltkrieg: und Angestelltenbewegung").
A. Falkenberg: schildert „die deutsche Beamte»«
bewegung nach der Revolution" im fünfzehnten Band dec
„Sozialwissenschaftlichen Bibliothek".
Von besonderer Bedeutung ist die Schrift Richar4
Woldts: „Wirtschaftliche Schulungsarbeit und gewerk«
schaftliches Führertum". die sich bereits mit den durclrf
das Betriebsrätegesetz den Gewerkschaften gestellten Auf«
gaben auseinandersetzt.
Die Schulung der Betriebsrate wird aus einer Sach«
verständigenkonferenz diskutiert, die von der Gesell«
Schaft für soziale Reform einberufe« wurde. Außer einem
Vortrag Richard Woldts bringt der Bericht d lesen
Konferenz vor allem Diskussionsbeiträge vog
H. Herkner, N. Francke, Ph. Stein und Doktor
Z i e g I e r. In das gleiche Gebiet gehört die eben er«
schienene. von der Gewerkschaftskommission Deutsch«
Österreichs herausgegebene „Bilanzfibel für Betriebsräte"
von S. LengyeL
Unter dem Sammeltitel »Gemeinschaftskultur" gibt
Nestriepke im Verlag Moritz in Stuttgart eine Sammlung
heraus, die sich mit allen gesellschaftlichen Problemen
befassen soll. Der erste Band: „Ohne Planwirtschaft kein
Aufbau"*, von Rudolf Wissell und Dr. A. Steiner,
ist soeben erschienen. In dieser Schrift, die vom Wesen
der Gewerbefreiheit ausgeht, soll dargetan werden, daB
ein wirtschaftlicher Aufbau nur durch planmäßige, bewußt«
Arbeit zum Sozialismus hin. erfolgen könne.
Eine Zusammenfassung des reichsdeutschen Arbeits«
rechtes soll die im Verlag Reimar Hobbing erscheinend«
„Bücherei des Arbeitsrechtes" geben. Bis letzt sind all«
Gesetze erschienen, die sich beziehen auf: Produktive
Erwerbslosenfürsorge, Sonntagsruhe, Kündigung und Ent¬
lassung von Arbeitern, Maßnahmen gegenüber Betriebs¬
abbrüchen und -Stillegungen; ferner eine Auseinander¬
setzung über das Recht ti^s Arbeitslohnes von Paul
O e r t Iii a n n. Im gleichen Verlag erscheint die „Bücherei
des Wohnungs- und Siedlungswesens", von der bis jetzt
ein Band: „Das Reichsheimstättengesetz", vorliegt Einen
Kommentar zur Siedlungsgesetzgebung gibt Eduard David
in seinem Buch „Siedlungs^esetzgebung", das sich auch mit
dem Heimstättengesetz und der Kleingarten- und Pacht«
schutzverordmmg beschäftigt. Die „Neue Zeitschrift für
Arbeitsrecht", herausgegeben von Dersch, Kaskel,
S i t z I e r und S y r u p, ist als die beste Zeitschrift auf
diesem Gebie<_ zu empfehlen.
Damit ist noch lange nicht die Reihe der Neu¬
erscheinungen auf diesen Gebieten erschöpft: es wurden
lediglich die Wecke ausgewählt, die entweder als Hand«
bücher praktische Bedeutung haben oder die wesentlich«
Fragen der gegenwärtigen Arbeiterbewegung behandeln.
Eingelaufene Bücher
Eugen P r a g e r : Geschichte der U. S. P. D. (Verlags«
genossenschaft „Freiheit", Berlin C 2, 1921, 240 Seiten.)
Julian Borchardt : Deutsche Wirtschaftsgeschichte.
(Erster Band, Vereinigung Internationaler Verlags¬
anstalten, Berlin 1922, 196 Seiten.)
Alfred Engel: Die Einkommensteuer nach dem System
der Steuereinheiten. (Volksbuchhandlung, Wien 1922,
16 Seiten. 75 K.)
Hans Herbst: Die Geschichte des' Ersten niederöster-
reichisclien Arbeiter-Konsumvereins. (Druck- und Ver¬
lagsanstalt „Vorwärts", Wien 1920)
Bericht des Vorstandes der Arbeiter-Unfallversicherungs-
anstalt für Niederösterreich. (Im Selbstverlag, Wien 1921,
30 Seiten.)
Klemens Nörpel: Tarifvertrag und Lohnforrnen. (Lehr¬
behelfe für Betriebsräteschulen. Nr. 4. Zentralgewerk«
schaftskomtnission des Deutschen Gewerkschaftsbundes
in der Tschechslowakei. Reichenberg 1921, 60 Seiten.)
Parvus: Der wirtschaftliche Rettungsweg. (Verlag für
SozialWissenschaft, Berlin 1921, 39 Seiten, 8 Mk.)
Alle vorstehend genannten Bücher sind
zu beziehen durch die Volksbuchhandlung,
Wien VI, Cumpendof f erstraße .1 8. y
> Drucke -Vorwärts", Wien V. _
        

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