Full text: Beschäftigung und Arbeitslosigkeit im tertiären Sektor Wiens in den achtziger und neunziger Jahren (77)

Neben den hier diskutierten grundsätzlichen Abgrenzungsschwierigkeiten ergibt sich auch in diesem Abschnitt wiederum die Problematik, daß aufgrund der Divergenz der verwendeten Datensätze keine genaue Vergleichbarkeit der Gesamtbeschäftigtenzahlen mit den vorhergehenden Kapiteln gewährleistet werden kann. Der Mikrozensus neigt gegenüber den Hauptverbandsdaten sowie auch der Volkszählung zur Untererfassung der Beschäftigungsverhältnisse.30 Zum anderen muß an dieser Stelle noch darauf hingewiesen werden, daß der Mikrozensus eine Stichprobenerhebung ist und daher insbesondere kleine Zellenbesetzungen (z. B. männliche Teilzeitbeschäftigte in der Wiener Land- und Forstwirtschaft) nur über geringe Verläßlichkeit verfügen. Darauf wurde in der Untersuchung insofern Bezug genommen, als versucht wurde, mehrere kleinere, unzuverlässige Einheiten zu möglichst homogenen und zuverlässigeren Sammelkategorien (z. B. Teilzeitbeschäftigte in der Produktion) zu bündeln. Die zur Verfügung stehenden Daten erlauben leider nur eine punktuelle Betrachtung der Entwicklung der Teilzeitbeschäftigung in Wien. Für die Jahre 1986, 1991 sowie 1996 und 1997 kann die Teilzeitbeschäftigung nach Wirtschaftsklasse, Alter und Geschlecht unterschieden werden. Auf höchstem Aggregationsniveau (Gesamtheit aller Teilzeitbeschäftigten in Wien) ist eine Zeitreihe von 1981 bis 1997 verfügbar, die zumindest zwischen Männern und Frauen unterscheidet. Damit eröffnen sich mehrere Untersuchungsmöglichkeiten. Zum einen kann ein Gesamtüberblick der Entwicklung der Teilzeitbeschäftigung in Wien über beinahe zwei Jahrzehnte gegeben werden. Dabei stellt sich insbesondere die Frage, in welchem Verhältnis die Entwicklung von Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigung stehen. Zum anderen ist zumindest hinsichtlich zweier Merkmale (Wirtschaftsklasse und Alter) eine kontinuierliche Fortführung der in den vorhergegangenen Abschnitten durchgeführten Beschäftigungsanalysen realisierbar. Es kann somit der Frage nachgegangen werden, wie sich in verschiedenen Branchen die Beschäftigung nicht nur insgesamt, sondern unter dem speziellen Blickwinkel der Teilzeitbeschäftigung verändert hat. Ebenso kann darüber Auskunft gegeben werden, in welchen Altersklassen Teilzeitbeschäftigung eine besonders große Rolle spielt. 7.2 Der Entwicklungsverlauf der Teilzeitbeschäftigung im Aggregat 7.2.1 Exkurs: Datenkongruenz Innerhalb der letzten eineinhalb Jahrzehnte (von 1981 bis 1997) hat sich die Wiener Gesamtwohnbeschäftigung (selbständig und unselbständig Beschäftigte ohne Karenzgeldbezieherinnen und Präsenzdiener) laut Mikrozensus um knapp 7% oder 45.000 Personen erhöht. Damit unterscheiden sich die ausgewiesenen Werte des Mikrozensus von denen des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger nicht nur im Niveau, sondern bilden auch einen abweichenden Entwicklungsverlauf der Beschäftigung ab. Wo der Mikrozensus für Wien einen leichten Wohnbeschäftigungsanstieg sieht, weist der Hauptverband eine 30 Während die Volkszählung für 1991 774.500 (selbständig und unselbständige) Wohnbeschäftigte für Wien ausweist und der Hauptverband der Sozialversicherungsträger die Zahl der unselbständigen Arbeitsbeschäftigung im selben Jahr mit 771.100 Personen veranschlagt, zählt der Mikrozensus nur 667.500 Personen (selbständig und unselbständig Wohnbeschäftigte ohne Karenzgeldbezieherinnen sowie Präsenzdiener). 73

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