Full text: Beschäftigung und Arbeitslosigkeit im tertiären Sektor Wiens in den achtziger und neunziger Jahren (77)

die hohe Beschäftigungsdynamik in den Wirtschaftsdiensten sowie im Gesundheits¬
und Sozialwesen fort.
3. Verschiebungen in der sektoralen Struktur der unselbständigen Be¬
schäftigung in Österreich
Aus Tabelle 4 geht der tiefgreifende Wandel der sektoralen Struktur der unselbstän¬
digen Beschäftigung Österreichs seit den fünfziger Jahren hervor. Aufgrund des ge¬
ringen Gewichts des primären Sektors in der unselbständigen Erwerbstätigkeit ist die
Tertiärisierung hier noch stärker ausgeprägt als in der Erwerbstätigenstruktur insge¬
samt. 1951 belief sich der Dienstleistungsanteil an der unselbständigen Beschäfti¬
gung (genaugenommen: an den Beschäftigungsverhältnissen) auf 38,4%, 1981 auf
55,4% und 1994 auf bereits 64,6%. Von 1994 auf 1995 erfolgte in der Statistik des
Hauptverbandes die Umstellung von der BS 1968 auf die ÖNACE 1995-Systematik.
Zwischen 1995 und 1999 erhöhte sich die entsprechende Dienstleistungsquote von
66,8 auf 68,8%. 1997 übertraf die Beschäftigtenzahl im tertiären Sektor erstmals die
Zwei-Millionen-Marke.
Der Anteil der Land- und Forstwirtschaft an der Gesamtzahl der unselbständig Be¬
schäftigten verringerte sich vor allem in den fünfziger und sechziger Jahren wesent¬
lich, nämlich von 11,1% 1951 auf 2,4% 1971. In den neunziger Jahren wurden im
primären Sektor noch rund 26.000 Beschäftigungsverhältnisse registriert, das waren
weniger als 0,9% der Gesamtheit.
1970 war noch etwa die Hälfte aller unselbständig Beschäftigten in der Sachgüter-
produktion tätig. Am Ende der langen Hochkonjunkturphase, nämlich im Jahre 1973,
wurde mit 1,29 Mio. der Höchststand erreicht. Bis 1994 sank der Anteil des sekundä¬
ren Sektors auf 34,5%. Gemäß ÖNACE-Klassifikation betrug er 1999 30,3%.
4. Die Beschäftigungstendenzen innerhalb des österreichischen Dienst¬
leistungssektors in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre
Der Dienstleistungssektor ist überaus heterogen in bezug auf die Produktivitätsent¬
wicklung, Einkommens- und Preiselastizitäten der Nachfrage, Einkommensverhält¬
nisse, den rechtlich-institutionellen Rahmen, die Wettbewerbsintensität, Qualifikati¬
onsanforderungen, Berufs- und Tätigkeitsstrukturen usw. Aus diesem Grund sind
sinnvolle Disaggregationen besonders wichtig.
Nach funktionalen Gesichtspunkten läßt sich der tertiäre Sektor in fünf Teilbereiche
gliedern:
- Distributive Dienstleistungen (Handel, Lagerung, Verkehrswesen, Nachrichten¬
übermittlung);
- Produktionsbezogene Dienstleistungen (Banken, Versicherungen, Realitätenwe¬
sen, Wirtschaftsdienste);
- Konsumorientierte Dienstleistungen (Fremdenverkehr, Kultur, Unterhaltung, Kör¬
perpflege, Reinigung, Haushaltsdienste);
- Soziale Dienstleistungen (Unterrichts-, Gesundheits- und Sozialwesen);
- Öffentliche Dienstleistungen (öffentliche Verwaltung, Sozialversicherung, Interes¬
senvertretung).
Tabelle 5 weist - ebenfalls auf der Basis der Daten des Hauptverbands - die Be¬
schäftigungsentwicklungen in den Wirtschaftsklassen und den fünf funktionalen Be¬
reichen des österreichischen Dienstleistungssektors zwischen 1995 und 1999 aus. In
diesen vier Jahren nahm die Zahl der unselbständig Beschäftigten (eigentlich: Be-
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