Full text: Vertikale und intraindustrielle Lohnstreuung in Österreich 1980-94 (85)

Die absolute Streuung und die relative Streuung waren 1994 jeweils bei den Ange-
stellten größer als bei den Beschäftigten im Arbeiterstatus. Tabelle 3 zeigt, dass bei 
allen vier Maßzahlen der relativen Streuung die männlichen Arbeiter den niedrigsten 
Wert auswiesen. Das erste Dezil lag bei den männlichen Arbeitern um 17 Prozent-
punkte näher zum Mittelwert als bei den männlichen Angestellten (65%:48%; vgl. 
Tabelle 2). Die Lage des ersten Zehntelwerts bei den männlichen Angestellten ist 
auch auf die Einkommen jener Personen zurückzuführen, die zusätzlich zu ihrem 
Haupteinkommen als Selbstständiger oder als pragmatisierter Beamter noch sozial-
versicherungspflichtige Nebeneinkommen (z. B. als Lehrer oder Lehrbeauftragter) 
beziehen. In Bezug auf das erste Quartil betrug die Differenz zwischen männlichen 
Arbeitern und männlichen Angestellten nur 12 Punkte (82%:70%). Noch geringer fiel 
die Differenz im dritten Quartil aus; dort belief sie sich auf 6 Punkte 
(127,5%:121,5%). Bezüglich des neunten Zehntelwerts ist ein Vergleich nicht mög-
lich, da dieses Dezileinkommen bei den männlichen Angestellten bereits über der 
Höchstbeitragsgrundlage lag und daher in der Statistik nicht aufscheint. 
 
Tabelle 4: Brancheninterne Verteilung der beitragspflichtigen Monatseinkom-
men der Arbeiter in der Sachgüterproduktion: Maßzahlen der Lage und Streu-
ung 
 1.Dezil Q1 Median Q3 9.Dezil       
 öS UDD UQD MQD QDK MDD DDK 
Nahrungsmittel 15912 19555 23907 28991 34148 0,334 0,182 4718,0 0,194 9118,0 0,364
Textil 14500 17003 20188 23779 27431 0,282 0,158 3388,0 0,166 6465,5 0,308
Bekleidung 10550 13694 17770 21505 24816 0,406 0,229 3905,5 0,222 7133,0 0,403
Leder 11696 13833 16349 19719 23248 0,285 0,154 2943,0 0,175 5776,0 0,331
Holz 15509 17715 20380 23746 28029 0,239 0,131 3015,5 0,145 6260,0 0,288
Papier 17679 22389 27930 32536 36282 0,367 0,198 5073,5 0,185 9301,5 0,345
Druck, Verlag 15873 21775 28690 36321 41865 0,447 0,241 7273,0 0,250 12996,0 0,450
Chemie 17107 20589 25410 31126 36920 0,327 0,190 5268,5 0,204 9906,5 0,367
Stein-, Glaswaren 18041 21721 25935 30435 35244 0,304 0,162 4357,0 0,167 8601,5 0,323
Metall 17546 20544 24804 29884 34911 0,293 0,172 4670,0 0,185 8682,5 0,331
Bauwesen 17442 20299 23879 27877 32320 0,270 0,150 3789,0 0,157 7439,0 0,299
            
Gesamtwirtschaft 14995 18720 22915 27836 33073 0,346 0,183 4558,0 0,196 9039,0 0,376
 
Bei den Einkommen der weiblichen Beschäftigten waren die Differenzen zwischen 
den relativen Lagemaßen (Tabelle 2) von Angestellten und Arbeiterinnen im unteren 
Bereich geringer, im oberen Bereich aber größer als bei den Einkommen männlicher 
Beschäftigter: Beim ersten Dezil war die Differenz nur 3 Prozentpunkte (51%:48%), 
beim ersten Viertelwert 4,5 Punkte (74,5%:70%), beim dritten Quartil aber 12 Punkte 
(136%:124%) und beim neunten Zehntelwert sogar über 30 Punkte (178%:147,5%). 
4. Die vertikale Streuung der Arbeiterlöhne in den Branchen der Sachgü-
terproduktion 1994 
Während – wie oben bereits angeführt - rund jede fünfte weibliche Beschäftigte Teil-
zeit arbeitete, spielte Teilzeitanstellung bei den männlichen Beschäftigten nur eine 
untergeordnete Rolle, und dies galt in besonderem Maße für die Arbeiter in den Be-
reichen Industrie, produzierendes Gewerbe und Bauwirtschaft. Gegenüber den Da-
ten über die Gehälter männlicher Angestellter bieten jene über die Arbeiterlöhne den 
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