Full text: Liberalisierung öffentlicher Dienstleistungen in der EU und Österreich (2)

Fallstudien Österreich 
nenbeurteilungen ausgeschüttet werden. Entgegen dem Wunsch des Dienstgebers sind 
diese Prämien bis dato aber noch an keine betrieblichen Kennzahlen gekoppelt. 
Außerdem wurde das System der betrieblichen Sozialleistungen umgestellt. Der neue 
Kollektivvertrag sieht für „Neubedienstete“ an Stelle der früheren Sozialleistungen die 
Einrichtung einer betrieblichen Pensionskassa vor. Nach Ansicht von Personalvertre-
tung/Betriebsrat, führt diese Umstellung tendenziell eher zu einer Abnahme des finan-
ziellen Aufwandes für das Unternehmen. 
Tabelle 5-2: Entwicklung des Personalaufwandes bei Wiengas 
 1999 2000 2001 Veränderun
gen in % 
1999-2001 
Personalaufwand in tausend Euro* 51.482 49,274 46,034 - 11 
Personalaufwand pro Beschäftigten in Euro* 39.632 39.641 39.379 -   1 
* Ohne Aufwand für Abfertigungen und Pensionen. 
Quelle: Abteilung Betriebswirtschaft der Kammer für Arbeiter und Angestellte. 
Der Beschäftigungsabbau bei Wiengas spiegelt sich auch in der Reduktion des Perso-
nalaufwandes wieder. Allein zwischen 1999 und 2001 hat der Personalaufwand 
exklusive Pensionen und Abfertigungen um elf Prozent abgenommen. Bei Wiengas ist 
sogar der Personalaufwand pro Beschäftigten leicht zurück gegangen. 
5.1.7. Arbeitsbedingungen 
Speziell in der Umstellungsphase habe die Belastung der MitarbeiterInnen zum Teil 
bedenkliche Ausmaße angenommen. Die Umstellung erfolgte unter einem großen 
Zeitdruck und habe vielfach zu Unmut und Frustrationen geführt – bspw. bei der 
Umstellung der Verrechnung. „Für das Personal waren die ganzen Umstrukturierungs- 
und Umstellungsprozesse ein extremer Stress“(Interview 6). Obwohl es sich dabei 
eigentlich um eine Ausnahmesituation handeln sollte, hält diese Situation nach Ansicht 
der Personalvertretung inzwischen schon eine ziemlich lange Zeit an. Momentan gibt es 
auch keine Aussicht auf eine baldige Verbesserung. Im Gegenteil: Mit der Gründung 
der Wien Energie würden bereits die nächsten Umstrukturierungen ins Haus stehen 
(ebenda). 
5.1.8. Arbeitsbeziehungen 
Die Ausgliederung der Stadtwerke aus der Stadtverwaltung hatte weitreichende 
Konsequenzen für die Personalvertretung: Als privatrechtliches Unternehmen gilt nicht 
mehr länger das Wiener Personalvertretungsgesetz, sondern das Arbeitsverfassungs-
gesetz. Für die „Neubediensteten“ gilt damit das Kollektivvertragsrecht, während für 
die „Altbediensteten“ noch die Dienstordnung gilt. Um zu verhindern, dass die 
einzelnen Bereiche der ehemaligen Wiener Stadtwerke unter verschiedene 
Kollektivverträge fallen, wurde eigens ein Gesetz beschlossen, das der Stadtwerke 
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