Full text: Schluss mit Lustig (4)

Risikogebiete ermitteln, für
diese Gebiete Risikominde-
rungsziele beschreiben und
Maßnahmenprogramme festle-
gen. Sie müssen auch weitere
Kontaminierung verhindern,
Verzeichnisse kontaminierter
Standorte auf ihrem Gebiet er-
stellen und nationale Sanie-
rungsstrategien ausarbeiten.
Wird ein kontaminierter Stan-
dort verkauft, muss jedenfalls ein
Bodenzustandsbericht erstellt
und den Behörden vorgelegt
werden. Schlussendlich sollen
die Mitgliedstaaten auch Maß-
nahmen gegen die Versiegelung
ergreifen. HO
S T E I E RMAR K
FEINSTAUB-
MASSNAHMEN 
Der steirische Umweltlandesrat
Manfred Wegscheider hat ein
umfangreiches Maßnahmenpa-
ket vorgelegt.
? Gegen erhöhte Feinstaub-
Grenzwerte im Großraum Graz
sowie drei weiteren Sanierungs-
gebieten wird diesen Winter mit
weiteren neuen Maßnahmen
vorgegangen. Betroffen davon
sind insgesamt 330 Gemeinden
in der Steiermark. Herzstück ist
das Fahrverbot für partikelfilter-
lose Pkw im Zeitraum von 15.
Dezember bis 14. März. Ver-
hängt wird dies, wenn an fünf
aufeinanderfolgenden Tagen der
Grenzwert von 75 Mikrogramm
pro Kubikmeter Luft im
Großraum Graz überschritten
wird. Ausgenommen davon sind
unter anderem aber Benzin-,
Elektro- und Hybridfahrzeuge
sowie Kfz von gehbehinderten
Personen und Fahrgemeinschaf-
ten, d.h. Pkw-Besetzungsgrad
von mehr als einer Person. Auf-
NACHRICHTEN
? Nationale Zuteilungs-
pläne: Schon im Juni hätten
alle Mitgliedstaaten ihre Zu-
teilungspläne für den Han-
del mit Emissionsrechten
von Treibhausgasen für den
Zeitraum 2008 bis 2012 der
Kommission zur Genehmi-
gung vorlegen sollen. Öster-
reich hat aber – wie fünf an-
dere Mitgliedstaaten – bis
jetzt noch keinen Entwurf
abgeliefert und ist nun von
der Kommission geklagt
worden. Doch auch bei den
pünktlicheren Plänen hat
die Kommission einiges aus-
zusetzen: im Schnitt müs-
sen die Staaten ihre Zutei-
lungen um sieben Prozent
verringern. Nur Großbritan-
niens Plan wird als ausrei-
chend streng akzeptiert.
? Weltklimakonferenz: Im
November wurde in Nairobi
die jährliche Klimakonfe-
renz abgehalten. Konkrete
Resultate waren rar, man ei-
nigte sich auf einen Zeit-
plan, wann man welche
drängenden Probleme be-
sprechen wolle, vor allem,
wann darüber verhandelt
werden soll, welche Klima-
ziele nach 2012 angepeilt
werden sollen. Konkret be-
schlossen wurde ein Pro-
gramm mit 300 Millionen
Euro für fünf Jahre, das
Entwicklungsländer bei An-
passungsmaßnahmen an
dem Klimawandel unter-
stützen soll – ein Tropfen
auf den immer heißeren
Stein. 
? Kurz zuvor hat die briti-
sche Regierung einen Be-
richt über die ökonomi-
schen Folgen des Klimawan-
dels veröffentlicht, nach
dem Autor als „Stern-Re-
port“ bezeichnet (Down-
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grund der Immissionsbelastung
im letzten Winter hätte an sechs
Tagen ein solches Fahrverbot
verhängt werden müssen. In den
anderen steirischen Sanierungs-
gebieten gilt hingegen nur
Tempo 100 auf Autobahn- und
Schnellstraßen (Abschnitte auf
A-2 und A-9) und Tempo 80 auf
Bundes- und Landesstraßen.
Flankiert wird das Feinstaubpa-
ket mit einer Partikelfilterpflicht
bei Maschinen und mobilen
technischen Anlagen, einem
Fahrverbot für besonders alte
Lkw, dem unter sozialen Ge-
sichtspunkten geförderten Aus-
tausch bei Heizungsanlagen und
einem Verbot des Brauchtums-
feuers. FG
ARA-TA R I F E  
WETTBEWERBS-
VERZERREND?
EVA hat die neue ARA-Preispoli-
tik als wettbewerbsverzerrend
und rechtswidrig bezeichnet. Die
Bundeswettbewerbsbehörde
(BWB) ermittelt.
? Das ARA-Verpackungssam-
melsystem hat Ende September
seine Tarife für 2007 bekannt ge-
geben. Die EVAGmbh ist Kon-
kurrent von ARA im Gewerbe-
bereich und plant demnächst,
ARA auch im Haushaltsbereich
Konkurrenz zu machen. ARA
hat Tarifsenkungen um bis zu 40
Prozent angekündigt. Dabei
SPORTSCHUHE: WEDER „GESUND“ NOCH NACHHALTIG
Zu Fuß gehen ist gesund – und umweltbewusst. Ob es nachhaltig ist, hängt davon ab, wo-
her die Sportschuhe kommen. Bevor sie auf unseren Füßen landen, haben sie schon tau-
sende Kilometer hinter sich. Während sich ganze Industrienationen „gesund“ gehen, Mar-
kenartikelkonzerne und Handel „gesunde“ Gewinne machen, ist das für die Produzenten
vor Ort – oft eine halbe Erdkugel entfernt – gar nicht so „gesund“: nur 0,60 Euro von 120,-
Euro Endkosten machen deren Löhne aus. Die Arbeitnehmer an beiden Enden des „Schuh-
zyklus“ sind die Angeschmierten: Die Konsumenten zahlen einen hohen Preis und die Pro-
duzenten haben trotzdem nichts davon. Soll das ewig so weiter „gehen“?  LEI
SEITE 6 WIRTSCHAFT & UMWELT  4/2006    www.wirtschaftundumwelt.at
AUF EINEN BLICK: EU & EUROPA …
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Nicht nur Rauchen erzeugt
Feinstaub
        

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