www.arbeiterkammer.at WIRTSCHAFT & UMWELT 3/2008 SEITE 3
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EDITORIAL
VERKEHR, oder genauer gesagt die
einzelnen Verkehrsmittel waren schon
immerAnlass für heftige Diskussionen.
Diese lassen sich bei Maxwell Lay „Die
Geschichte der Straße“ schön nachle-
sen: Im Jahr 100 nach Christus klagte
der römische Dichter Juvenal über das
Verkehrsgetöse, „das dem Empfindli-
chen Kopfschmerzen bringt und dem
Unvorsichtigen den Tod.“
Auch 1.500 Jahre später machte die
Kutsche noch Probleme: 1635 versuch-
te der absolutistisch regierende König
Charles I. die „allgemeine und wahllose
Verwendung von Kutschen“ zu verbie-
ten.
Noch vor weniger als 100 Jahren gli-
chen die Straßen der gößeren Städte in
EuropaundAmerikavonLärmerfüllten
Misthaufen. Der Krach der Kutschge-
fährte konkurrierte aufs infernalis-
tischste mit dem Gestank der Emissio-
nen: 8.000 Tonnen Pferdeäpfel und
knapp zwei Millionen Liter Urin ließen
zumBeispiel allein dieGäuleNewYorks
jede Woche unter sich. Mitte des 17.
Jahrhunderts wimmelten in den
Straßen und Gassen Londons über
6.000 Kutschen, die in guten Wochen
bis zu zwölf Menschen tot fuhren und
an die hundert schwer verletzten. Aber
auch diemist- und urinfreie Alternative
war nicht problemlos: „Benzinpinkeln-
de Monster“, entrüstete sich Rudyard
Kipling, Schöpfer des Dschungelbu-
ches, über die Automobile.
Probleme führen zu Visionen. Verbie-
ten hat sich als Lösungsansatz nicht
bewährt. Aber auch der Umstieg von
den echten Pferdestärken zu den virtu-
ellen, war mehr ein Verlagern des Pro-
blems. Ob die aktuellen Visionen mehr
können, wollen wir hoffen – sonst set-
zen sich noch die durch, die übertrie-
ben radikale Lösungen forcieren – so
wie einst der englische Duke of Beau-
fort forderte: „Erschießen, alle Auto-
fahrer erschießen.“ ThomasRitt
AUOFAHRER
ERSCHIESSEN
INHALTSVERZEICHNIS
IMPRESSUM
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Prinz-Eugen-Str. 20–22, 1040Wien
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E-Mail wirtschaft.umwelt@akwien.at
Redaktion Mag. Thomas Ritt (Leitung, DW 2629),
Dr. Wilfried Leisch (Redakteur)
Sekretariat Ingrid Schmid (DW 2424)
Grafisches Konzept Jakob Fielhauer, www.feelhower.com
Layout & Infografik Michael Haderer, www.design-apotheke.com
Coverfoto Walt Disney Studios /
„Disneyland“ Magic Highway U.S.A.
Druck UEBERREUTER Print und Digimedia,
2100 Korneuburg
Die in Wirtschaft & Umwelt veröffentlichten Artikel geben nicht notwendigerweise die
Meinung der Bundesarbeitskammer wieder. ISSN 1028-4664
www.wirtschaftundumwelt.at
BETRIEB
MEIN LIEBER SCHWAN
DasGesetzzurUmweltverträglichkeits-
prüfung (UVP) ist 15 Jahre alt. Super. Was
haben die Novellen seither bewirkt? Mein
lieber Schwan, beim genauen Hinsehen
zeigt sich derWert derUVPundwarumso
mancher gar keine Freude mit der UVP
hat. Seite26
LEBEN
WILDOBST
 Es braucht keinen eigenen Garten, um
an die süßen Verführungen der Natur im
Herbst heran zu kommen. Meist findet
sich dasWildobst als Leckerbissen vor der
Haustüre – beim Wandern, beim Spazie-
rengehen. Aber: Nur Früchte pflücken, die
man sicher kennt. Seite30
 Der Verkehr, das war für viele aus-
schließlich der Autoverkehr – und für viele
gilt das noch heute. Doch die Vision der
unbegrenzten Auto-Mobilität stößt an
ihre Grenzen. Immer schneller geht die
Fahrt in den mobilen Stau. Langsam däm-
mert, dass Mobilität mehr als Autofahren
ist. Es geht umden öffentlichenRaumund
seine gemeinschaftliche Nutzung.
Super Vision? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Fliegen oder fahren? . . . . . . . . . . . . . . . 18
Zukunft geht anders . . . . . . . . . . . . . . . 21
Interview über „Shared Space“
mit Prof. Drs. Willem Foorthuis . . . . . . 24
SCHWERPUNKT: VISIONEN
        

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