www.arbeiterkammer.at WIRTSCHAFT & UMWELT 3/2008 SEITE 5
che soziale Verantwortung, Of-
fenlegung von Information, Ar-
beitsbeziehungen, Bekämpfung
der Korruption, Umweltschutz,
Verbraucherinteressen, Wissen-
schaft und Technologie,
Wettbwerb und Besteuerung.
Für Beteiligungsgarantien und
Wechselbürgschaften für Betei-
ligungen werden Antragsteller
bei der OeKB künftig die Kennt-
nisnahme dieser Leitsätze be-
stätigen müssen – und, dass Sie
bestrebt sind, diese Leitsätze
bestmöglich bei ihren Auslands-
aktivitäten zu berücksichtigen.
www.oekb.at HO
V E R PAC KUNG
VERORDNUNG –
QUO VADIS?
Das Umweltministerium hat sei-
ne Reformüberlegungen für
mehr Wettbewerb in der Ver-
packungssammlung präsentiert.
 Eine Reform sei nötig, da die
Umsetzung derWettbewerbsent-
scheidung der EU-Kommission
zum ARA-System allein über
private Verträge nicht ausrei-
chend vorankomme, so Sekti-
onschef Zahrer. Die Schlüssel-
frage ist, wem künftig die Orga-
nisation und Ausschreibung der
Sammelaufträge obliegen soll.
Bisher lag dies in den Händen
der Branchenrecyclinggesell-
schaften des ARA-Systems.
Künftig könnte das aus der Sicht
des Umweltressorts wieder den
Kommunen oder einer noch zu
schaffenden, unabhängigen und
neutralen Infrastrukturgesell-
schaft obliegen.WährendVertre-
ter der Länder und Kommunen
wie der Arbeiterkammer im
Kommunalmodell die meisten
Vorteile erblickten, lehnt die
Wirtschaftskammer alle Vor-
schläge ab: Das ARA-System
habe sich bewährt und solle per
Bescheid zumLeitsystem erklärt
werden. Dass dieses dann den
Mitbewerbern Preise undKondi-
tionen vorschreiben kann, stieß
auf wenig Gegenliebe beimVer-
treter der Bundeswettbewerbs-
behörde: Da müsse ein Regula-
tor geschaffen werden. Doch
auch das lehnt die Wirtschafts-
kammer ab. HO
F L A S C H EN
MEHRWEG IM
FREIEN FALL
Der Salzburger Umweltlandesrat
kritisiert Umweltminister Pröll,
weil dieser keine Vorschläge zur
Förderung von Getränkemehr-
wegsystemenmacht.
 Es sei nicht nachvollziehbar,
so LandesratWalter Blachfellner
anlässlich der Präsentation der
Salzburger Abfallbilanz 2007,
„Die Fleisch- und Milchproduktion ist für neun
Prozent der menschlichen CO2-Emissionen ver-
antwortlich. In Summe verursacht die Fleichpro-
duktion 18 Prozent der menschlichen Treibhaus-
gas-Emissionen.“ (HenningSteinfeld,UN-Exper-
te der FAO, „DiePresse“, 25.August2008)
KOMMENTAR
Ein Männlein steht imWalde“ – und verlangteine Pilzlizenz. So im Kärntner Lavanttal
und den umliegenden Wäldern. Seit Juli dieses
Jahres wird dort für das Schwammerlklauben
von einigen „Großwaldbesitzern“, allen voran
Dominik Habsburg-Lothringen, eine Pilzlizenz
verlangt. Ursprünglich verlangten die Waldbe-
sitzer für diese Lizenz eineGebühr von45Euro
jährlich. Nach kräftigem Rauschen im Blätter-
wald, unzähligen Leserbriefen und Interventio-
nenvonLandespolitikern, sahendie„Großwald-
besitzer“ jedoch gnädig von der Einhebung der
Gebühr ab – der Lizenzzwang bleibt.
Auf den ersten Blick eine eher erheiternde Ge-
schichte. Doch bei näherer Betrachtung wird
klar, was auf dem Spiel steht. Die Kleinen, Be-
sitzlosen, sollen gnadenlos für alles, aber auch
wirklich alles, bezahlen und seien es auch nur
Pilze, die noch dazu ohne irgendein Zutun ge-
deihen. „Adelige Großwaldbesitzer“ machen
sich für eine Pilz-Lizenzgebühr stark,man trifft
sich in feiner Gesellschaft in Gottes gar nicht so
freier Natur zur Jagd, man ist unter sich. Dem
„gemeinen Volk“ gönnt man nicht einmal ein
Schwammerlgulasch.
Doch der eigentliche Dorn im Auge der Groß-
waldbesitzer dürfte der freie Zugang zumWald
sein. In einer Demokratie stellt sich hierbei die
Frage nach dem Verständnis des Eigentums-
rechts. Ist es rechtens, dassdasVolk vonder In-
anspruchnahme der freien Natur ausgeschlos-
sen werden kann bzw. dafür bezahlen muss?
Wehret den Anfängen, kann man sich nur wün-
schen. Sonst laufen wir Gefahr, dass Wander-,
Spazier-, Lauf- oder gar Schnauflizenzen wie
die Schwammerln aus demBoden schießen.
MAG . H AN S PAU L PU C K E R *
LIZENZ ZUM
SCHNAUFEN
*Mag. Hans Paul Pucker lebt in Kärnten und ist passionierter
Schwammerlsucher
        

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