wieso der Umweltminister wei-
terhin an wirkungslosen freiwil-
ligen Selbstverpflichtungen der
Wirtschaft – der so genannten
Nachhaltigkeitsagenda – fest-
halte. So hat die Mehrwegquote
2007 nur mehr 24 Prozent betra-
gen. Alleine der Mehrweganteil
bei Mineralwasser ist 2007 um
6,8 Prozent gesunken und liegt
nur mehr bei rund 24 Prozent.
„Wenn 15 Prozent der Einweg-
gebinde bei Mineralwasser, Li-
monaden und Dosenbier wieder
durch Mehrwegsysteme ersetzt
werden, könnte man das in der
Nachhaltigkeitsagenda defi-
nierte Klimaschutzziel für 2012
bereits in den nächsten zwei Jah-
ren erreichen“, kritisiert Blach-
fellner die Ziele der Wirtschaft
als wenig anspruchsvoll. Erst
kürzlich haben die Umweltlan-
desräte Minister Pröll aufgefor-
dert, verbindliche Rahmenbe-
dingungen für den Erhalt und Ausbau von Mehrwegsystemen
inklusive konkreter und sanktio-
nierbarer Ziele zu schaffen. HO
UMWE LT H A F T UNG
AUF AUSNAHMEN
VERZICHTEN
Die Umweltländesräte fordern
einstimmig von Umweltminister
Pröll, auf Haftungsausnahmen
zu verzichten.
 Per Resolution verlangen die
Umweltländesräte der Bundes-
länder, bei der Umsetzung der
EU-Umwelthaftungsrichtlinie
auf die geplanten Haftungsaus-
nahmen zu verzichten. Weiters
NACHRICHTEN
 Biokraftstoffe in der EU:
Der Industrieausschuss
des EU-Parlaments hat
eine Änderung des Richtli-
nienentwurfs über erneu-
erbare Energien vorge-
schlagen. Nach den Plänen
der Kommission sollen bis
2020 zehn Prozent der in
der EU verwendeten Kraft-
stoffe aus alternativen
Quellen kommen. Der In-
dustrieausschuss fordert
nun, dass davon mindes-
tens 40 Prozent Kraft-
stoffe der zweiten Genera-
tion oder Elektrizität aus
erneuerbaren Quellen sein
sollen.
 Indien hat kürzlich be-
schlossen, den Anteil von
Biokraftstoffen bis 2017 auf
20 Prozent anzuheben. Um
keine Konkurrenz zur Nah-
rungsmittelproduktion ent-
stehen zu lassen, soll unter
anderem Jatropha für die
Biodieselproduktion heran-
gezogen werden, ein genüg-
samer Busch, der auch in
ungünstigeren Lagen ge-
deiht. KritikerInnen weisen
jedoch auf das Fehlen einer
klaren Strategie für die Er-
reichung dieses Ziels hin.
 Antifoulingmittel Tributyl-
zinn bald Vergangenheit:
Am 17. September ist ein in-
ternationales Abkommen
zum Verbot von Tributyl-
zinn (TBT) als Antifouling-
mittel in Kraft getreten. An-
tifoulingmittel dienen dazu,
die Rümpfe von Schiffen
vom Bewuchs durch Algen
und Muscheln freizuhalten.
Da sich TBT für manche
Meereslebewesen als hoch-
giftig erwies, geriet es im-
mer mehr ins Kreuzfeuer
der Kritik. Das Abkommen
verbietet die Beschichtung
Ökologischer Fußabdruck nach Weltregionen
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1
2
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8
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Bevölkerung in Millionen
454 349 270 535 3.489 847
Afrika
Asien und Pazifik
Lateinamerika
Naher Osten und Zentralasien
Andere europäische Länder
EU-25
Nordamerika
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(4
)
wollen die Landesräte wirksa-
mere Regeln für die Öffentlich-
keitsbeteiligung. Die in der Re-
gierungsvorlage noch vorgese-
henen Haftungsausnahmen für
den Normalbetrieb sowie das
Entwicklungsrisiko widerspre-
chen dem Verursacherprinzip
und sozialisierenRisiken, die der
Betreiber zu tragen hätte, so die
Resolution. Zudem widerspre-
chen die Ausnahmen den Haf-
tungsprinzipien im Wasser-
rechtsgesetz und bergen die Ge-
fahr, dass damit auch Kostentra-
gungspflichten in den anderen
Umweltgesetzen unterlaufen
werden.Angesichts derNeuwahl
des Parlaments richtet sich die
Resolution de facto an den
nächsten Umweltminister. Die
Auflösung des Parlamentsmacht
sogar die bisherige Regierungs-
vorlage hinfällig und den Weg
frei, dass die kommende Bun-
desregierung eine rundum ver-
besserte Regierungsvorlage be-
schließen kann. HO
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ENTLOHNUNG IN DER
ABFALLWIRTSCHAFT
Verhandlungen für eine neuen
Bundesmanteltarifvertrag in der
deutschen Abfallwirtschaft wur-
den aufgenommen.
EINFUSSTRITT FÜRDIEUMWELT
Das Modell des „Ökologischen Fußabdrucks“ gibt in Hektar an, wie viel Fläche jemand
auf Grund seines Konsumverhaltens zur Befriedigung seiner Bedürfnisse benötigt. Ob-
wohl in seiner Konzeption – etwa was Kriterien, Umrechnungsfaktoren und damit Aus-
sagekraft betrifft – nicht unumstritten, wird ein Gefühl dafür vermittelt, wie die Men-
schen auf der Erde mit ihren Ressourcen umgehen. Wenn die gesamte nutzbare Erd-
oberfläche auf alle Menschen gleichmäßig aufgeteilt wird, führt dies zu einem Durch-
schnittswert von 1,8 Hektar. Im internationalen Vergleich von 150 Ländern liegt Öster-
reich mit 4,9 Hektar pro Person auf dem 19. Platz. Der Fußabdruck der EU-25 liegt bei
4,8 Hektar, jener der USA bei 9,6 Hektar. Schlusslichter sind Afghanistan und Somalia
mit 0,3 Hektar pro Person. LEI
SEITE 6 WIRTSCHAFT & UMWELT 3/2008 www.wirtschaftundumwelt.at
AUF EINEN BLICK: EU & EUROPA …
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