perte, sehr treffend als „Kühlrip- pen“ bezeichnet wird, ist als energetisch äußerst ungünstig einzustufen und tunlichst zu ver- meiden. Nicht berücksichtigt werden beim Energieausweis für Sied- lungen all jene Parameter, die bereits im Energieausweis für Gebäude Eingang gefunden ha- ben und dort optimiert werden können. Außerdem können diese Festlegungen auf Ebene der Gemeinde im Bebauungs- plan nicht beeinflusst werden (z.B. Isolierung, Baumaterial, Fenster, usw.). EINFACHE ERSTELLUNG Die tatsächliche Erstellung eines Energieausweises für Siedlungen ist denkbar einfach. Für jeden möglichen Standort einer Siedlung benötigt man eine oder mehrere Gestaltungs- varianten, wie die Bebauung aussehen könnte. Die Eingabe der Daten erfolgt in eine Excel- Datei. Grundlage sind Plandar- stellungen des jeweiligen Sied- lungsgebietes, mit Angaben zu den Distanzen der Einrichtun- gen der sozialen und techni- schen Infrastruktur sowie die Bebauungsformen. Um die Ein- gabe einfach zu halten, werden teilweise Energiewerte durch leichter verfügbare adäquate Geldwerte substituiert. Zunächst werden voneinan- der getrennt die Erschließungs- aufwände in Euro proWohnein- heit und Jahr, die Qualität der Freiräume, die CO2-Emission durch Verkehr pro Wohneinheit und Jahr sowie die Energieeffi- zienz von Lage und Bebauung bewertet. Es wird eine Kennzahl zwischen „A“ und „G“, analog zu anderen Energieausweisen, ermittelt. DerWert „A“ steht da- bei für die energieeffizienteste Nutzung derRessourcen, „G“ ist www.arbeiterkammer.at WIRTSCHAFT & UMWELT 2/2009 SEITE 11 Hintergrund II Österreichisches Ökologie-Institut (Hrsg., 2002): heimWERT. Ökologisch-ökonomische Bewertung von Siedlungsformen, www.ecology.at PrimäresWegenetz Positiv bewertet wird ein Fuß- und Radwegenetz, das ein vomAutoverkehr getrenntes sich Bewegen zulässt. Die- ses Netz sollte dann umdie Erschließungmit Auto-be- fahrbaren Straßen (sekundäres Netz) erweitert werden. Mit einem Bebauungsplan kann die Struktur einer Siedlung festgelegt wer- den. Das betrifft zunächst die Lage und Breite von Straßen und Wegen, wei- ters die Größe von Baufel- dern und die Konfiguration von Grundstücken. Darü- ber hinaus kann die Bebau- ungsweise festgelegt wer- den, also, ob es sich um eine Geschoßwohnungsan- lage, Reihenhäuser, eine geschlossene, gekuppelte oder offene Bebauung (d. h. freistehende Einfamilien- häuser) handelt. Der Be- bauungsplan wird im eige- nen Wirkungsbereich der Gemeinde als Verordnung beschlossen und vom Amt der jeweiligen Landesre- gierung auf seine Gesetz- mäßigkeit überprüft, bevor er Rechtskraft erhält. In der überwiegenden Zahl der österreichischen Ge- meinden wird dieses In- strument n i c h t verwen- det – man kann bauen wie man möchte, vorausge- setzt, man hält die jeweili- ge Bauordnung ein. Damit wird ein hochwirksames In- strument zur Optimierung der Siedungsstruktur nicht entsprechend genutzt. Steuermittel, aus denendie Infrastrukturkosten be- stritten werden, werden so ineffizient verwendet. B E BAUUNGS P L AN UNGENUTZTES INSTRUMENT weiter auf Seite 12 Weit weg – von einer energieffizienten Bebauung sind noch die meisten Siedlungen

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