www.arbeiterkammer.at WIRTSCHAFT & UMWELT 2/2010 SEITE 35
Die Unterschiede sind vielmehr
grundlegend politische. Frauen sind in
mehrfacher Hinsicht benachteiligt,
wennes umdie TeilnahmeamErwerbs-
leben und demdamit verbundenenMo-
bilitätszugang geht. Die Analysen bele-
gen, dass Frauen im Durchschnitt zwar
gleich viel für ihren Arbeitsweg ausge-
ben, allerdings haben Arbeitnehmerin-
nen auffallend längere Fahrtzeiten zum
Arbeitsplatz und erhalten im Durch-
schnitt signifikant geringere Einkom-
men als ihre Kollegen. Frauen haben
den Befragungsergebnissen zufolge
grundsätzlich Zugang zum privaten
Kraftfahrzeug, für den überwiegenden
Arbeitsweg verwenden sie dann jedoch
häufiger öffentliche Verkehrsmittel, of-
fensichtlich um Kosten zu sparen.
PendlerInnenpolitik bedeutet aus die-
sem Blickwinkel betrachtet auch Frau-
enpolitik, denn vonGleichberechtigung
kann in diesem Zusammenhang nicht
gesprochen werden.
Hinsichtlich der sozialen Erschwer-
nisse beim Mobilitätszugang bestäti-
gen die umfangreichen Daten von über
700PendlerInnendieMeinung,wonach
dieüberwiegendePKW-Nutzungmit ei-
nem entsprechend höheren Einkom-
men verbunden ist. Die grundsätzliche
Verwendung des Autos, also die Ver-
fügbarkeit, ist weitgehend unabhängig
vom Einkommen. Im Gegensatz dazu
ist die Entscheidung, den öffentlichen
Verkehr als überwiegendes Verkehrs-
mittel zu verwenden, nicht vom Ein-
kommen abhängig, was dessen Bedeu-
tung als Mobilitätsträger für alle sozia-
len Schichten unterstreicht.
Eine grundsätzliche Kostenorientie-
rung der KonsumentInnen ist aber
erkennbar: 70 Prozent berichten,
dass ihre Wegekosten, „hoch“, „sehr
hoch“ und „zu hoch“ sind. Die Analyse
kommt u.a. zu dem Schluss, dass die
aktuellen Fahrtkosten um 43 Prozent
geringer sein müssten, um mit jenen
Kosten übereinzustimmen, welche die
PendlerInnen als angemessen nennen.
Verkehr und Infrastruktur Nr. 39: Thomas
Hader: Arbeitsweg-Barrieren in der Ostre-
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bundesamt, 2009
180 Werner Hochreiter (Hrsg) Mehrweg hat
Zukunft! Lösungsszenarien für Öster-
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gungsband, 2010
Gratis erhältlich
unter:
wirtschaft.umwelt@akwien oder bei:
AK-Wien, Abteilung Umwelt & Verkehr,
Prinz-Eugen-Straße 20-22, 1040 Wien,
Tel: 01/50165-2424
        

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