Full text: Voll Verkehrt (2)

www.wirtschaftundumwelt.atSeite 2 Wirtschaft & UmWelt 2/2011 MODiSCH DANeBeN. Speerspitze sei Österreich bei der Anti-Atompolitik und als Öko-Musterland, so Umweltminister Berla- kovich. Doch Österreich produziert um 80 Millionen Tonnen mehr CO2 als wir sollten. Die Strafzahlungen werden 2011 Hunderte Millionen Euro betragen. Der Umweltminister scheint eine Vorliebe für eigenartige Muster zu haben. AtOMGiPFeL. Ab 2015 ist Österreich atomstrom- frei – sagte die Regierung beim Atomgipfel. „Solange irgendwo in Europa ein Kernkraftwerk läuft, wird es auch in Österreich Atom- strom geben“, sagt Martin Graf, Vorstand der öster- reichischen Strommarkt- Regulierungsbehörde E- Control. Atomgipfel: Gipfel der Missverständnisse, Gipfel des Wunschdenkens oder doch – Gipfel des Pflanzes? DRei-WOCHeN-HeRO. Wissenschaftsminister Töchterle legte Anfang Juni gegen das 2,5 Milliarden Euratom-Atomprogramm sein Veto ein. Grund: er wolle mehr „Sicherheitsfor- schung“. Hurra, jubelten die Ökos. Nach drei Wochen sieht der Kompromiss so aus: es soll „Sicherheitsfor- schung“ geben, die Eura- tom darf aber ausdrücklich Steuergelder für die Ent- wicklung neuer AKW („Ge- neration IV“) verwenden. Tolle „Anti-Atom“-Politik, toller Drei-Wochen-Hero. KeiNWeG. Drei von vier ÖsterreicherInnen drehen täglich den Wasserhahn auf, um mit Leitungswas- ser ihren Durst zu löschen. Vorteil: kein Schleppen, kein Kühlen, keine Um- weltbelastung via Einweg- Flaschen. Keinweg statt Einweg. KiLLeR JeANS. Aus- gebleichte Nobelmarken- Jeans sind „in“. Sie schauen nicht nur kaputt aus, sondern machen Menschen kaputt, die sie im Sandstrahlverfahren erzeugen. So sind laut „Clean Clothes Kampa- gne“ in der Türkei 1.200 ArbeiterInnen an Staub- lunge erkrankt, 46 von ihnen verstorben. Konse- quenz der Nobelmarken- Konzerne, die sich bei uns gerne sozial und fair geben: sie verlagern ihre Killerproduktion nach Ban- gladesch oder Marokko. Völlig kaputt! GReeN JOBS. Um- weltminister Berlakovich liegen grüne Jobs am Herzen. So stark, dass er jetzt eigenmächtig die EU-Definition auf den Handel mit Umweltsachen ausdehnt. Da zählen dann z.B. auch Tausende Billa- VerkäuferInnen dazu, die manchmal ein Bio-Joghurt einschlichten. Das ist super. So werden schlecht bezahlte Handelsbeschäf- tigte zu hochqualifizierten, zukunftsfähigen Greenjob- bern. Danke Herr Minister, für die schöne neue Ar- beitswelt! Das WUM-oMeter umweltpolitik eU-VerKeHr Ein Weißbuch „ jagt“ das andere: Nach zehn Jahren hat die EU ihr neues Weiß- buch Verkehr präsentiert. Viel Neues ist darin nicht enthal- ten. Auch nicht neu ist, dass vor allem der Straßengüter- verkehr weiter zunimmt. Eine Bankrotterklärung der EU- Verkehrs politik. Seite 10 rUbriKen Nachrichten Seite 04 Kommentar Seite 05 Umwelt in der EU, in Europa und der Welt Seite 06 Aktuelles Interview Seite 09 Aktion Seite 25 Medien Seite 29 Vor 15 Jahren Seite 34 AK-Wissenschaft Seite 35 AtMOSPHäRe „Die private Nachfrage nach Förderungen für die thermische Gebäu- desanierung ist groß. Viele wollen die Chance nutzen, um ihre Häu- ser umweltgerecht und energiesparend nach- zurüsten. Die Regierung darf nicht auf die Brem- se steigen und muss ausreichende Mittel zur Förderung zur Verfü- gung stellen.“ Herbert Tumpel

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