Full text: Chemie global (3)

überschritten alle Fahrzeuge 
das Tempolimit von 80 km/h.
Zu DreCkiG
Auf Basis der oben zusam-
mengefassten Studie des KfV 
wurden vom Institut für Ver-
brennungskraftmaschinen und 
Thermodynamik an der TU 
Graz die Auswirkungen eines 
strikten Tempolimits von 80 
km/h auf Autobahnen für LKW 
über 3,5 t auf Kraftstoffver-
brauch und Abgasemissionen 
ermittelt. Dazu wurden mit 
dem am Institut entwickelten 
Emissionsmodell PHEM 
(Passenger car and Heavy 
duty Emission Model) Simu-
lationsrechnungen durchge-
führt. In den Berechnungen 
wurde die LKW-Flotte für das 
Bezugsjahr 2012 abgebildet. 
Simuliert wurden Kraftstoff-
verbrauch und Emissionen 
für den Referenzfall (d.h. 
Geschwindigkeitsverteilung 
wie vom KfV ermittelt) sowie 
für den Fall eines strikt ein-
gehaltenen Tempolimits von 
80 km/h.
Die berechneten Maßnah-
menwirkungen sind für alle 
LKW-Kategorien mit einem 
höchsten zulässigen Gesamt-
gewicht über 14  t sehr ähn-
lich. Auf diese LKW-Klassen 
entfällt mit 93 Prozent auch 
der Großteil der LKW-Fahr-
leistung auf Autobahnen. Die 
Maßnahme bewirkt hier eine 
Reduktion der Durchschnitts-
geschwindigkeit um ca. sieben 
Prozent. Der Kraftstoffver-
brauch bzw. der CO2-Ausstoß 
wird durch die Maßnahme um 
sechs bis acht Prozent ver-
mindert. Bei Nox-Emissionen 
(Stickoxide) ist durch die strikte 
Exekution des Tempolimits 
keine signifikante Änderung 
des Emissionsausstoßes zu er-
warten. Ebenso hat das strikte 
Tempolimit von 80 km/h nur 
geringe Auswirkungen auf den 
Ausstoß der restlichen regu-
lierten Schadstoffkomponenten 
Kohlenwasserstoff (HC), Koh-
POLitik 
Treibhausgase im Verkehr
Der Verkehrssektor umfasst die Treibhausgase (THG) Kohlendioxid, Methan 
und Lachgas aus Straßen-, Schienen-, Wasser- und Luftverkehr (letzterer nur 
national), von Militärfahrzeugen sowie aus Pipelinekompressoren, die für den 
Gastransport eingesetzt werden. www.umweltbundesamt.at
Auf fünf ausgewählten 
Autobahnabschnitten in 
Österreich, bei Amstetten 
(A1 – NÖ.), St. Florian 
(A1 – OÖ.), Lieboch 
(A2 – Stmk.), Schwechat 
(A4 – NÖ.) und Hallein 
(A10 – Szbg.), wurde das 
Geschwindigkeitsverhal-
ten von LKW untersucht. 
Dabei wurden die 
händischen Erhebungen 
des KfV mit automatisch 
erhobenen Geschwin-
digkeitsdaten von Dauer-
zählstellen der ASFINAG 
verglichen und anhand 
standardisierter Prüfver-
fahren ausgewertet.
An allen Zählstandorten 
gibt es keine Längs-
neigungen, d.h. keinen 
Anstieg oder ein Gefälle 
an dieser Stelle. Mit 
Ausnahme der Zählstelle 
Hallein wiesen alle Erhe-
bungsstellen drei Fahr-
streifen je Fahrtrichtung 
auf und es bestanden 
keine Überholverbote 
bzw. Geschwindigkeits-
limits (Hallein: zwei Fahr-
streifen je Richtungs-
fahrbahn; zum Zeitpunkt 
der Erhebung in beiden 
Fahrtrichtungen ein 
Überholverbot für LKW 
über 3,5 t, Tempolimit 
von 100 km/h aufgrund 
IG-L).
Die Tempomessungen 
wurden von Brücken mit 
Hilfe von Radargeräten 
durchgeführt. Die LKW 
wurden von hinten 
erfasst. Es wurden ledig-
lich frei fahrende LKW 
(Mindestabstand von drei 
Sekunden) erfasst.
Die händischen Erhebun-
gen des KfV wurden im 
Zeitraum vom 24. Juni 
bis 13. Juli 2010 durch-
geführt. Im Verhältnis 
zu den automatischen 
Zählungen der ASFINAG 
konnten dadurch 23 Pro-
zent des gesamten LKW-
Verkehrsaufkommens 
erfasst werden. Davon 
waren rund 44 Prozent 
Sattelzüge, 15 Prozent 
Lastzüge und zwölf 
Prozent LKW bis 3,5 t. 
Insgesamt wurden an 
allen Zählstellen 5.604 
LKW über 3,5 t in beiden 
Fahrtrichtungen erfasst. 
Hinsichtlich der Nationa-
lität der LKW waren 56 
Prozent der Fahrzeuge 
im Inland zugelassen.
GeSCHwiNDiGkeitSerHebuNG   
dAten Und fAkten
LKW: Je schneller, desto lauter und schmutziger
www.arbeiterkammer.at Wirtschaft & UmWelt  3/2011   Seite 11
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ANteil Der SektoreN AN DeN  
GeSAmteN tHG-emiSSioNeN
28%
Industrie und 
produzierendes 
Gewerbe
27%
Verkehr
16%
Energie-
aufbringung
14%
Raumwärme
5%
Sonstige
10%
Landwirtschaft
        

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