Full text: Chemie global (3)

ie Konvention von Basel regelt 
die grenzüberschreitende 
Verbringung gefährlicher Abfälle 
und deren Entsorgung. Sie wurde 1992 
beschlossen, nachdem in den Indus- 
triestaaten steigende Standards bei der 
Abfallentsorgung dazu geführt haben, 
dass gefährliche Abfälle vermehrt in 
Entwicklungsländer exportiert wurden, 
die als Müllhalden herhielten. Die Basel-
Konvention verpflichtet die Vertrags-
staaten dazu, einander über geplante 
Transporte von gefährlichen Abfällen zu 
informieren und über diese Transporte 
Buch zu führen und 
Berichte zu legen. Damit 
soll der unkontrollierte 
Export von Giftmüll in 
die Entwicklungsländer 
gestoppt werden.
Da diese Vorschriften aber 
recht schwach sind, hat 
ein Großteil der afrika-
nischen Länder mit 
der Bamako-Kon-
vention gemeinsam 
ein Importverbot für 
gefährliche Abfälle erlassen. Umgekehrt 
setzen sich auch viele Industriestaaten 
für eine Erweiterung der Basel-Kon-
vention ein und streben ein gänzliches 
Exportverbot gefährlicher Abfälle an. 
Diese Erweiterung der Basel-Konvention 
ist als „Basel Ban Amendment“ bekannt 
geworden. Danach dürfen gefährliche 
Abfälle auch nicht zum Zweck des 
Recycling exportiert werden, da sich 
wiederholt zeigte, dass „Recycling“ nur 
der Deckmantel für eine simple Entsor-
gung ohne Rücksicht auf Menschen und 
Umwelt war. Daher werden Elektronik-
produkte nun „zur Weiterverwendung“ 
exportiert, sind also offiziell kein Abfall. 
Der Wert einer Konvention 
wie der Basel-Konven-
tion steht und fällt also 
mit der Kontrolle ihrer 
Einhaltung.
Ein weiteres Beispiel 
für ein Abkommen zu 
Chemikalien ist die 
POP-Konvention, die 
2001 im Rahmen der 
UN-Umweltorganisa-
tion UNEP in Stockholm beschlossen 
wurde. Dabei steht das Kürzel POP 
für „Persistent Organic Pollutants“, 
also schwer abbaubare organische 
Schadstoffe. Ein Beispiel ist DDT, das 
als Insektengift weltweit im Einsatz war 
und das sich mittlerweile weltweit in der 
Umwelt und in Organismen findet. Die 
Vertragsstaaten verpflichten sich, den 
Einsatz der Chemikalien, die von der 
Konvention erfasst werden, zu beenden 
oder zu verringern, um der Freisetzung 
dieser Chemikalien in die Umwelt einen 
Riegel vorzuschieben. Zu den ursprüng-
lich zwölf geregelten Chemikalien, vor 
allem Pestiziden, sind vor zwei Jahren 
neun weitere Stoffe gekommen, die vom 
Abkommen erfasst werden.
Die Rotterdam-Konvention schließlich 
regelt den zwischenstaatlichen Informa-
tionsaustausch vor Export gefährlicher 
Chemikalien.
Fast alle Staaten der Welt sind diesen 
Konventionen beigetreten, darunter die 
EU und ihre Mitgliedstaaten. Die USA 
sind die große Ausnahme – sie sind bei 
den drei Konventionen nicht dabei.
SAubere bemÜHuNGeN
koNVeNtioNeN Zu GeFÄHrliCHeN CHemikAlieN
www.arbeiterkammer.at Wirtschaft & UmWelt  3/2011   Seite 15
D
Beispiel Sportschuhe: Nur wenige fragen nach den Arbeitsbedingungen, unter denen diese Produkte hergestellt werden.
        

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