erforderliche Aufbereitungsmaßnahmen 
bzw. die Versorgung aus entfernteren 
Gebieten ein zusätzlicher Aufwand. Dies 
widerspricht sowohl dem Ziel des WRG 
als auch dem der WRRL zugrunde ge-
legten Verursacherprinzip. 
Legale	Tricks?
Laut Rechnungshofbericht war zur 
Umsetzung der WRRL eine Unterteilung 
der  vorhandenen Grundwasserkörper 
erforderlich. Bei der Zusammenfas-
sung dieser Grundwasserkörper wur-
de darauf geachtet, die Belastungen 
so weit als möglich zu nivellieren. So 
war beispielsweise das Grundwasser-
gebiet „Zayatal“ in Niederösterreich 
bis zum Jahr 2006 als voraussichtli-
ches Maßnahmengebiet zum Schutz 
des Grundwassers ausgewiesen. Mit 
einem Nitratwert zwischen 80 und 120 
Milligramm pro Liter (mg/l)  bei einem 
Schwellenwert von 45 mg/l war dieser 
Wert sehr hoch. Durch die Einbindung 
des Grundwassergebiets „Zayatal“ in 
die Gruppe der Grundwasserkörper 
„Weinviertel (MAR)“ bei der bei Umset-
zung der WRRL  durchgeführten Neu-
einteilung der Grundwässer – war dieser 
Problembereich nicht mehr als solcher 
in einigen Mitgliedstaaten sogar 60 
Prozent. 
Das Wasserrechtsgesetz (WRG) legt 
in § 30 (1) fest, dass Grund- und Quell-
wasser in Österreich so reinzuhalten ist, 
dass es als  Trinkwasser verwendet wer-
den kann. Zudem ist Grundwasser so 
zu schützen, dass eine schrittweise Re-
duzierung der Verschmutzung und Ver-
hinderung der weiteren Verschmutzung 
sichergestellt ist. Dieser Grundsatz der 
Vorsorge zeigt in vielen Grundwasserge-
bieten Österreichs auch seine Wirkung 
– aber insbesondere in den landwirt-
schaftlich intensiv genutzten Gebieten 
gibt es noch Probleme aufgrund von zu 
hohen Nitrat- und Pestizidwerten. 
Grundwasserprobleme
Um das Grundwasser zu schützen, 
können laut WRG Landeshauptleute per 
Verordnung Schon- und Schutzgebiete 
festlegen. Ein Rechnungshofbericht zur 
„Umsetzung der EU-Wasserrahmen-
richtlinie (WRRL) im Bereich Grundwas-
ser im Weinviertel“ (2015) zeigt auf, dass 
diese Möglichkeit kaum wahrgenommen 
wird. So wird für das Marchfeld eine Ver-
schlechterung des Grundwassers sowie 
ein signifikant anhaltender Trend bei der 
Nitratbelastung festgestellt – ein Um-
stand, der zumindest seit 20 Jahren be-
kannt war. Der Rechnungshof kritisiert, 
dass weder auf Bundesebene noch auf 
Ebene des Landes Niederösterreich 
das rechtliche Instrumentarium ausge-
schöpft wurde, um restriktivere Maß-
nahmen bei der landwirtschaftlichen 
Nutzung und damit eine deutliche Redu-
zierung des Neueintrags von Nitrat vor-
zusehen. Für die zum Teil im öffentlichen 
Eigentum befindlichen Trinkwasserver-
sorger entstand infolge der hohen Nit-
ratbelastung des Grundwassers durch 
?
*
Unser Standpunkt
Maßnahmen zum Trinkwasserschutz 
?		 Recht auf Trinkwasser und sanitäre Versorgung als EU-
Grundrecht verankern
?		 Wasser darf keine Handelsware sein: Keine Liberalisie-
rung, aus Freihandelsabkommen ausnehmen
?		 Vorsorgender Grundwasserschutz: Nitratreduktion in 
belasteten Gebieten, strengere Aufzeichnungsregeln
Kein ungetrübter Genuss ohne Nitratreduktion
Schwerpunkt
Trinkwasser
 www.ak-umwelt.atSeite 12  Wirtschaft & umwelt  2/2016
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