Full text: Autonomer Verkehr (1)

www.arbeiterkammer.at Wirtschaft & umwelt  1/2017   Seite 3
Editorial
Auto(matisierte) Zukunft 
Wer noch vor einigen Jahren die Hoffnung hatte, der 
neueste, größte und schnellste Pkw würde seine 
Rolle als wichtigstes Statussymbol endlich verlieren 
und Platz für ungefährlichere und umweltfreundliche-
re Spielzeuge – wie etwa das neueste Smartphone 
mit immer skurrileren Apps und Socialmedia Neue-
rungen – freimachen, hat sich wohl geirrt.  Zum einen 
sind Smartphones mit ihren extrem kurzen Produkt-
zyklen nicht umweltfreundlich und weder in Bezug 
auf Produktsicherheit und Strahlung noch in Bezug 
auf die damit verbundenen Überwachungsmöglich-
keiten ungefährlich. Zum anderen durchdringt die 
globale Digitalisierung nun auch die Automobilin-
dustrie immer weiter und macht nicht mehr in der 
Produktion oder bei einfachen Assistenzsystemen 
halt. Auch die Lenkerin oder der Lenker sollen 
als menschlicher Störfaktor beseitigt und durch intel-
ligente Steuerungssysteme ersetzt werden. Zweifel 
daran, ob dies auch automatisch mehr Verkehrs-
sicherheit bringt, sind angebracht. Zum neuen 
Status symbol ist daher leider nicht der moderne, gut 
vernetzte Öffentliche Verkehr oder das Fahrrad auf-
gestiegen … Stattdessen werden autonome Autos 
und extra schnelle E-Fahrzeuge zu neuen Kultobjek-
ten. Dass die österreichischen Automobilzulieferer 
und Forschungseinrichtungen mitmischen wollen 
und letztlich auch müssen, wenn sie nicht Arbeits-
plätze und Märkte verlieren wollen, ist verständlich 
und wichtig. Die digitale Revolution in der Fahrzeug-
branche wird viele Veränderungen für die Beschäftig-
ten in der Industrie, im Kfz-Gewerbe und im Verkehr 
bringen, die nicht zu Lasten der ArbeitnehmerInnen 
gehen dürfen. Angesichts des massiven Drucks auf 
Einkommen und Arbeitsbedingungen im Transport-
sektor ist dies die eigentliche Herausforderung der 
Zukunft. Damit man trotz Begeisterung für autonome 
Fahrzeuge nicht die Gefahren und notwendigen Rah-
menbedingungen vergisst, muss daran erinnert wer-
den, dass der Verkehr der Zukunft primär öffentlich 
und dekarbonisiert sein muss, um den Klimazielen 
näher zu kommen.   
 
Mag.a Sylvia Leodolter 
Chefredakteurin
Leiterin der Abteilung Umwelt & Verkehr der AK Wien
Automatisierung
Wohin führt uns die Automatisie-
rung im Verkehr?       Seite 10
Die menschliche Seite
Wie geht der Mensch mit der 
Mobilitätswende um? Gibt es einen 
Zeitgewinn oder muss der Mensch 
fürchten, ersetzt zu werden?   
 Seite 14
Zukunft braucht Regeln
Ohne Gesetze und Regeln kein 
automatisierter Verkehr.
Haftungsfragen uvm. müssen 
geklärt werden.       Seite 18
 
Arbeitszeitverkürzung
Was fangen Menschen mit mehr 
Freizeit an und wie wirkt sich das 
auf die Umwelt aus?   
 Seite 22
Fair Phone
Fair Trade Gold aus Afrika sorgt für
Handys mit sozialem Background.
  Seite 26
Schöne neue Welt
Gefahren und Risiken neuer 
Gentechnik-Verfahren.
 Seite 28
Just Transition
Gewerkschaftliche Auseinanderset-
zung mit hohen Klimazielen.
 Seite 34
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