*Dorothea Herzele ist Energieexpertin und Mitarbei-
terin der Abteilung Wirtschaftspolitik in der AK Wien; 
Josef Thoman ist Ökonom und Mitarbeiter in der 
Abteilung Wirtschaftspolitik der AK Wien, sein 
Arbeitsfeld ist die Energiepolitik.
 www.ak-umwelt.atSeite 28  Wirtschaft & Umwelt  1/2018
Etwa ein halbes Jahrhundert ist es her, seit Umweltpolitik 
als Politikfeld eine eigene Be-
deutung erlangt hat, die über 
den reinen Nachbarschutz hin-
ausgeht. In den Sechziger und 
Siebziger Jahren des 20. Jahr-
hunderts rückten Themen wie 
die Umweltbelastung durch 
Chemikalien oder die weiträu-
mige Luftverschmutzung in den 
Fokus der Öffentlichkeit. 
Die Klima- und Energiepo-
litik der EU sieht vor, dass die 
Treibhausgasemissionen der 
Mitgliedstaaten bis 2030 um 40 
Prozent gegenüber dem Stand 
von 1990 sinken. Im Lichte des 
Klimaübereinkommens von 
Paris 2015 hat sich die EU das 
politische Ziel gesetzt, bis 2050 
den Ausstoß an Treibhausga-
sen um 80 bis 95 Prozent zu 
verringern. In Österreich haben 
fossile Energieträger immer 
noch einen Anteil von rund 70% 
des Energieverbrauchs. Dem-
entsprechend grundlegende 
Auswirkungen wird der Ausstieg 
auf zentrale Sektoren wie Ener-
gieversorgung, Raumwärme, 
Mobilität und Industrie haben. 
Davon werden auch die Inte-
ressen der Beschäftigten und 
KonsumentInnen umfassend 
betroffen sein.
Zeit	für	eine		
umfassende	Energie-		
und	Klimastrategie	
Angesichts der ambitio-
nierten Ziele ist eine mutige 
und entschlossene Politik 
notwendig: Eine umfassende, 
vorausschauende Energie- und 
Klimastrategie hat die zentrale 
Aufgabe – quasi auf der Meta-
Ebene – alle Maßnahmen, 
Strategien und Instrumente 
aufeinander abzustimmen und 
im Hinblick auf ihre gesamtwirt-
schaftlichen Wirkungen zu be-
trachten. Verbindliche Ziele sind 
dabei unabdingbar, um einen 
langfristigen und verlässlichen 
Rechtsrahmen zu schaffen, der 
Neue Energiepolitik 
zwischen Chance und Gefahr
Die Umsetzung der EU-Energie- und Klimaziele wird sich nicht nur 
auf unser Wirtschaftssystem, sondern auch auf die Interessen der 
KonsumentInnen und Beschäftigten massiv auswirken. Nur wenn eine 
gerechte und geordnete Transformation gelingt, wird es die erforderli-
che breite Unterstützung geben. VON DOROTHEA HERZELE UND JOSEF THOMAN*
Politik
KURZGEFASST
Österreich braucht eine 
umfassende Energie- 
und Klimastrategie, in 
der sowohl gesamt-
wirtschaftliche als auch 
verteilungspolitische 
Auswirkungen mit 
berücksichtigt werden. 
Integrale Elemente einer 
nachhaltigen Strategie 
sind Energieeffizienz 
sowie die Sektoren-
koppelung.
WESENTLICHE VORAUSSETZUNG FÜR DIE 
ERREICHUNG DER KLIMA- UND ENERGIE-
POLITISCHEN ZIELE IST EINE FAIRE VERTEI-
LUNG DER KOSTEN. 
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