Full text: infobrief eu & international - Oktober 2016 (4)

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I pressum: Herausgeber und Medieninhaber: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz Eugen Strasse 20-22 • 
Redaktion: Elisabeth Beer, Éva Dessewffy, Lukas Oberndorfer, Iris Strutzmann Norbert Templ, Valentin Wedl • Kontakt: 
Lukas Oberndorfer (lukas.oberndorfer@akwien.at) Layout und Satz: Julia Stern • Verlags- und Herstellungsort: Wien • 
Erscheinungsweise: zweimonatlich • Kostenlose Bestellung unter: http://wien.arbeiterkammer.at/euinfobrief
Editorial
Liebe Les rin! Lieber Leser!
Vor Ihnen liegt doppelt Neues. 
 Durch professionelles Layout 
erscheinen wir in neuem Gewand. 
Auch inhaltlich haben wir uns 
bemüht, die i ternationalen Brenn-
punkte durch neue Formate besser 
zu fokussi ren: Langbeiträge als 
Raum für grundlegen e Analysen. 
Damit starten Markus Marterbauer 
und Lukas Oberndorfer. Ersterer 
zeigt auf, dass simultanes Kon-
solidieren die EU in de  nächsten 
Abschwung führe  könnte. Zweiterer 
setzt sich mit dem Monti-Bericht – 
dem Versuch eines neuen Konsen es 
für eine angebotseitige Binnen-
marktpolitik – auseinander. Produk-
tion von Konsens und Dissens darin 
spielen Bücher ine wichtig  Roll . 
Daher eröffnen wir mi  zwei Rezensi-
onen eine neue Rubrik: Die Buc be-
sprechung. Di  beka nten Stärken 
unserer Zeitschrift bleiben erhal-
t n: aktuelle Themen informativ & 
prägnant aufbereitet. Das zeigen 
Elisabeth Beer, Norbert Templ, Iris 
Strutzmann, Walter Sauer & Susa  
Leather mit ihren Beiträgen zu 
Investitionsschutzabkommen, 
W chs umshindernissen, Handels-
politik (EU – Kanada) und HIV/Aids. 
Ebenso setzt Claudia Schürz unseren 
China-Schwerpunkt fort. Diesmal: 
WanderarbeiterInnen.
 Ihr AK Redaktionsteam
S it Beginn d r Finanz- und Wirtschaftskrise ist es  
de  EU gelungen, durch pragmatisch  Notfallmaßnahmen das  
Banken system, di  Konjunktur u d den Markt für Staatsschuld-
verschreibungen zu stabilisieren, jedo h sind die grundlegenden  
Probleme nicht bewältigt. 
Europas Wirtschaft
An einer entscheidenden 
Weggabelung
Die w itere Konjunkturentwicklung 
hängt davon ab, ob die von Asien 
ausgehenden Auftriebskräfte oder 
die Dämpfung durch die simultane 
Budgetko solidierung in der EU stär-
ker wirken. Die Bewältigung der ho-
hen Staatsschulden bleibt ein zent-
rales Th ma, für dessen B wältigung 
unko ventionelle An ätze notwendig 
sind.
EU-Wir schaftspolitik schafft 
Stabilisi ru g n Die wirtschaftliche 
Krise at in der Europäisch n Uni-
on in den letzten Wochen ihr drittes 
Stadium erreicht:
 
n Die Krise ging zunächst in d n 
Jahren 2007 und 2008 vo  d n 
Finanzmärkten und Banken us, 
das weltweite Finanzsystem ge-
riet mehrmals an den Rand des 
Zusamm nbruchs.
n Dadurch wurde von Mitte 2008 
bis Mitt  2009 ein tiefer Einbruch 
der Realwirtschaft ausgelöst. Das 
Bruttoinlandsprodukt ging 2009 
real um 4,2% zurück, die saison-
bereinigte Zahl der Arbeitslosen 
stieg vom Tiefstand im Frühjahr 
2008 bis Mai 2010 von 16 Mio auf 
23 Mio.
n Als Folge des durch den finanz- 
und realwirtschaftlichen Einbruch 
ntstandenen Ausfalls an Steu-
ereinnahmen und der zusätzli-
chen Staatsausgaben entwickelte 
sich ab dem Frühjahr 2010 eine 
Staatsschuldenkrise.
Die EU-Politik hat die Krisenzeichen 
in allen drei Stadien spät erkannt, 
sie hat – bedingt durch langwierige 
Entscheidungsprozesse, vor allem 
aber geprägt durch ein neoliberales 
Weltbild, das den Märkten Effizienz 
zuspricht und staatliche Eingriffe für 
falsch hält – mit Zögern und Zaudern 
reagiert. D nnoch ist es schließlich 
in jedem Stadium der Krise gelun-
gen, durch Notfallmaßnahmen eine 
Stabilisierung zu erreichen:
Europas Wirtschaft 1
Die faktische Macht  
multinationaler Unternehmen 6 
Wachstumshemmnisse 9
Analyse des Monti-Berichts 10
EU-Kanada Abkommen 15
China – Illegale im eigenen Land 17
HIV/Aids 18
Kritik des Kapitalismus 20
Die europäische Chance 21
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internationalinfobrief
Ausgabe 3 | Juni 2010
Aus dem Inhalt 
Impressum: Herausgeber und Medieninhaber: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz Eugen Strasse 20-22 • 
Redaktion: Elisabeth Beer, Éva Dessewffy, Lukas Oberndorfer, Iris Strutzmann Norbert Templ, Valentin Wedl • Kontakt: 
Lukas Oberndorfer (lukas.oberndorfer@akwien.at) Layout und Satz: Julia Stern • Verlags- und Herstellungsort: Wien • 
Erscheinungsweise: zweimonatlich • Kostenlose Bestellung unter: http://wien.arbeiterkammer.at/euinfobrief
Editorial
Liebe Leserin! Lieber Leser!Vor Ihnen liegt doppelt Neues.
 Durch profession lles Layout 
erscheinen wir in neuem Gewand. 
Auch inhaltlich hab  wir uns 
bemüht, die internatio alen Brenn-
punkte durch neue Formate besser 
zu fokussieren: Langbeiträge als 
Raum für grundlegende Analysen. 
D mit starten Markus Marterbauer 
und Lukas Oberndorfer. Ersterer 
zeigt auf, dass s multanes Kon-
solidieren die EU in den nächsten 
Abschwung führen könnte. Zweiterer 
setzt sich mit dem Monti-Bericht – 
dem Versuch eines neue  Konsenses 
für eine angebotseitige Binnen-
marktpolitik – auseinander. Produk-
tion von Konsens und Dissens darin 
spielen Bücher eine wichtige Rolle. 
Daher eröffnen wir mit zwei Rezensi-
onen ei e neue Rubrik: Die Buchbe-
sprechung. Die bekannt  Stärken 
unserer Zeitschrift bleiben erhal-
ten: aktuelle Themen informativ & 
prägnan  aufbereitet. Das zeigen
Elisabeth Be r, Norbert T mpl, Iris 
Strutzmann, Walter Sauer & Susan 
Leather mit ihren Beiträgen zu 
Investitionsschutzabkommen, 
Wachstumshindernissen, H ndels-
politik (EU – Kanada) und HIV/Aids. 
Ebenso setzt Clau ia Schürz unseren 
China-Schwerpunkt fort. Dies al: WanderarbeiterInnen. 
Ihr AK Redaktionsteam
Seit Begi n der Finanz- und Wir schaftskrise ist es  
der EU gelungen, durch pragmatisc e Notfallmaßn men das  
Banken system, die Konjunktur und d n Markt für Staatsschuld-
verschreibungen zu stabilisieren, jedoch sind die grundlegenden  
Pr bleme nicht bewältigt. 
Europas Wirtschaft
A  i er entsch idenden 
W ggabelung
Die weitere Konjunkturentwicklung 
hängt d von ab, ob die von Asie  
ausgehenden Auftriebskräfte oder 
die Dämpfung durch die simultane 
Budgetkonsolidierung in der EU stär-
ker wirken. Die Bewältigung der o-
hen Staatsschulden bleibt ein zent-
rales Thema, für dessen Bewältigung 
nkonventionelle Ansätze notwendig 
sind.
EU-Wirtschaftspolitik schafft 
Stabilisierung n Die wirtschaftliche 
 hat in der Europäi chen Uni-
o in den letzten Wochen ihr drittes 
Stadium erreicht: 
n Die Krise ging zunächst in den 
Jahren 2007 und 2008 von den 
Finanzmärkten und Banken aus, 
das weltw ite Finanzsystem ge-
rie  ehrmals n den Rand des 
Zus mmenbruchs.
n Dadurch wurde von Mitt  2008 
bis Mitte 2009 ein iefer Einbruch 
der R alwirtschaft ausgelöst. Das 
Bruttoinlandsprod kt ging 2009 
real um 4,2% zurück, die saison-
bereinigte Zahl der Arbeitslosen 
stieg vom Tiefstand im Frühjahr 
2008 bis Mai 201  von 16 Mio auf 
23 Mio.
n Als Folge des durch den finanz- 
und realwirtschaftlichen Einbruch 
ents ndenen Ausfalls an Steu-
erei nahmen und der zusätzli-
chen Staatsausgaben entwickelte 
sich ab dem Frühjahr 2010 eine 
Staatsschuldenkrise.
Die EU-Politik hat die Krisenzeichen 
in allen drei Stadien spät erkannt, 
sie hat – bedingt durch langwierige 
Entscheidungsprozesse, vor allem 
aber geprägt durch ein neoliberales 
Weltbild, das den Märkten Effizienz 
zuspricht und staatliche Eingriffe für 
falsch häl  – mit Zögern und Zaudern 
reagiert. Dennoch ist es schließlich 
in jedem Stadium der Krise gelun-
gen, durch Notfallmaßnahmen eine 
Stabilisierung zu erreichen:
Europas Wirtschaft 
1
Die faktische Macht  multinationaler Unternehmen 6 
Wachstumshemmnisse 
9
Analyse des Monti-Berichts 
10
EU-Kanada Abkommen 
15
China – Illegale im eigenen Land 17
HIV/Aids 
18
Kritik des Kapitalismus 
20
Die europäische Chance 
21
eu& international
i fobri f
Ausgabe 3 | Juni 2010
Aus dem Inhalt 
Imp ressum: Herausgeber und Medieninhaber: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz Eugen Strasse 20-22 •  
Redaktion: Elisabeth Beer, Éva Dessewffy, Lukas Oberndorfer, Oliver Prausmüller, Norbert Templ, Alice Wagner, Valentin Wedl • Kontakt: 
Lukas Oberndorfer, Norbert Templ, Alice Wagner • Layout und Satz: Julia Stern • Verlags- und Herstellungsort: Wien • Erschei-
nungsweise: 5 mal jährlich • Kostenlose Bestellung unter: http://wien.arbeiterkammer.at/euinfobrief
Editori l
Lieb  Leserin! Lieber Leser!
Noch einmal vor der Somm r pause 
widmen wir uns den aktuellen 
Brennpunkten der europäi chen 
Poli ik: P. Ebe hardt skizziert die 
Einflussnahme der Wir schafts-
lobbys auf die Verhandlung des 
EU-Indien Freihandelsabkommens. 
L. Oberndorfer, N. Templ und C. 
Schlager greifen in ihren Analyse  
noch einmal neu  Aspekte des viel 
diskutiert n Economic Government-
Pakets auf, ergänzt um e nen 
kritischen Blick auf die Aust ri-
tätsprogramme quer durch Europa 
(G. Feigl), auf die sprunghaften 
Preisanstiege an den Rohstoffbör-
sen (M. Maltschnig) sowie Aktuel-
lem zur Finanztra saktionssteuer 
(V. Wedl). Das Ende er ungari-
schen EU Präsidentschaft nimmt 
K. Lachmayer zum Anlass eine  
g naueren Blick über die Grenze zu 
werfen und analy iert die aktuellen 
Verfassungsreformen in unsere  
Nachbarland. Weitere Themen der 
Ausgabe sind die Reformvorhaben 
im EU-Vergaberecht (S. Wixforth), 
di  Strat gie zur legalen Zuwande-
rung in die Union (C. Cesnovar) so-
wie di  revidierten OECD-Leitsätze 
für multinationale Unternehmen (E. 
Beer). Abgerunde  mit Buch- und 
Veranstaltungstipps wünschen wir 
eine anregende Lektüre im Juni.
Ihr AK Redaktionsteam
eit 2007 verhandeln Indie  und die EU ein weit reichendes 
Freihandelsabkommen. Es umfasst alle relevanten Wirtschafts-
bereiche – von Industrie, La dwirtschaft und Dienstleistungssekto-
ren bis hin zu P t nten, der öffentlichen Auftragsvergabe und der 
A sbeutung von Rohstoffen. Demnächst sollen die Gespräche abge-
schlossen werden. D
ei weiß in Europa und Indien kaum jemand 
twas darüber. Nur Konzerne und ihre Lobbyverbände sind bestens 
in die Verhandlung n eingebunden.    
Pia Eberhardt
In den Freihandelsverhandlu gen mit Indien  
arbeiten EU-Kommission, Mitgliedstaaten und  
Konzernlobbies eng zusa men 
F i d iche Übernahme
Die bruchstückhaften Informationen 
über die Verhandlungen, die bisher 
an die Öffentlichkeit gesickert sind, 
haben soziale Bewegungen, Ge-
werks aften, Entwicklungs-, Frau-
en- und Gesundheitsorganisationen 
alarmiert. Si  befürchten, dass das 
EU-Indien 
Freihandelsabkommen 
Armut, soziale Ungleichh it und den 
ökologischen Raubbau in I dien ver-
schärfen wird. Auch Arbeitsrechte 
und der Z gang zu Medikamenten 
seien durch das Abkommen bedroht, 
und zw r nicht nur in Indien, son-
dern weltweit. Wiederholt haben da-
her hunderte zivilgesellschaftliche 
Organisationen aus Europa und In-
dien zu einem sofortigen Stopp der 
Verhandlungen aufgerufen.1
Ganz anders die europäischen Kon-
ze ne und ih e Verbände: Für Busi-
nessEurope, den europäischen 
Arbeitgeberv rband, ist das EU-Indi-
en-Freihandelsabkommen das wich-
tigste, das die EU derzeit verhandelt. 
Ihm gehen die Gespräche zwar nicht 
schnell genug, aber der Verband 
ist hochzufrieden mit der Verhand-
lungsführung der EU-Kommission. 
Und it ihrer Informationspolitik. 
Kein Wunder.Symbiose zwischen Kommission 
und Wirtschaft n Schon Monate 
vor B ginn der offiziellen Gespräche 
mit Indien begann die EU-Kommis-
sion, die europäische Wirtschaft zu 
konsultieren. In einem detaillierten 
Fragebogen wurde sie zu Proble-
men beim Export von Gütern und 
Dienstleistungen, bei Filialeröffnun-
g n, beim Zugang zu Rohstoffen in 
Indien etc. befragt. Drei Tage vor 
Verhandlungsbeginn versicherte die 
damalige EU-Agrarkommissarin, 
Freihandel mit Indien 
1
Economic Governance rechtswidrig? 7
EU-Wirtschaftsregierung 
13
Verfassungsreform in Ungarn 
15
Financial Transaction Tax 
19
Finanzmärkte und Rohstoffbörsen 20
Sparpakete in Europa 
22
Revidierte OECD-Leitsätze 
24
Legale Zuwanderung 
28
Grünbuch EU-Vergabepolitik 
30
Buchtipps 
33
u& international
infobrief
Ausgabe 3 | Juni 2011
Aus dem Inhalt 
»
EU-Infobrief: Europa und  
Internationales in kritischer 
und sozialer Perspektive –  
kostenlos beziehen
Der EU-Infobrief erscheint 5x jährlich im digitalen Format 
und liefert eine kritische Analyse der Entwicklungen auf  
europäischer und internationaler Ebene. Die Zeitschrift  
der Abteilung EU & Internationales der AK-Wien fokussiert dabei 
Themen an der Schnitt stelle von Politik, Recht und Ökonomie.  
Anspruch ist nicht nur die Prozesse in den europäischen  
Institutionen zu beschreiben, sondern auch Ansätze zur  
Überwindung des Neoliberalismus zu entwickeln. Kurze Artikel  
informieren in prägnanter Form über aktuelle Themen.  
Langbeiträge geben den Raum für grundlegende Analysen,  
Buchbesprechungen bieten eine kritische Übersicht einschlägiger 
Publikationen.
        

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