Full text: infobrief eu & international - Dezember 2017 (4)

Seite 24 | infobrief eu & international 4/2017
 n Beide Dachverbände müssen daher 
hinter dem Projekt stehen (KCTU tut es 
derzeit nicht)
 n Kein Ersatz für Gewerkschaften, deren 
Organisations- und Repräsentationsfä-
higkeit erhalten bleiben muss (im Idealfall 
auch gestärkt werden kann)
 n Intelligente Arbeitsteilung zwischen AK 
und Gewerkschaften
 n Vollkommene Unabhängigkeit der AK von 
Unternehmen und Regierung
 n Gesetzliche Mitgliedschaft
 n ArbeitnehmerInnen müssen dahinterste-
hen und der AK die erforderliche demo-
kratische Legitimation vermitteln.
Letzterer Punkt spielt insoweit in Korea eine 
besondere Rolle als auch nach mittlerweile 
30 Jahren Demokratie autoritäre Elemente 
fortwirken. Im schlimmsten Fall wäre die 
koreanische AK ein trojanisches Pferd, mit 
dem (zukünftige) Machthaber Gewerkschaf-
ten und ArbeitnehmerInnen kontrollieren 
könnten. Dies gilt es mit allen Mitteln zu ver-
hindern.
Stand der Verhandlungen 
Auch wenn das Vorhaben nicht an aller 
oberster Stelle der koreanischen Politik 
steht, wird es von einigen StakeholderIn-
nen gehörig gepusht. Hauptakteurin ist die 
FKTU. Sie hat insbesondere in der Min-
joo-Partei einflussreiche Verbündete, aber 
auch in der akademischen Wissenschaft.
Das Projekt soll nach deren Willen in der jet-
zigen Amtszeit von Präsident Moon Jae-in 
(bis 2022) realisiert werden. Den Auftakt 
dafür bildete ein Fachsymposium zu „Not-
wendigkeit und Gründungsweg einer korea-
nischen Arbeitskammer“ in den Räumen der 
koreanischen Nationalversammlung. Auch 
Experten von ÖGB und AK nahmen daran 
teil, um das österreichische Erfolgsmodell 
und die Voraussetzungen für ihr Gelingen 
den südkoreanischen KollegInnen zu prä-
sentieren.  
Im nächsten Schritt soll das Vorhaben mit 
Fallstudien aufbereitet werden, und 2019 
könnte es einen fertigen Gesetzesentwurf 
geben.
Auch wenn es noch ein langer Weg sein mag, 
der von einigen Hürden und Stolpersteinen 
geprägt ist – die Einführung einer AK nach 
österreichischem Vorbild in einem hochmo-
dernen und dynamischen Land wie Südko-
rea wäre unbestritten beachtlich. Jede ös-
terreichische Regierung sollte eigentlich nur 
stolz darauf sein.
Südkorea plant die Einführung von Arbeiterkammern
Im schlimmsten 
Fall wäre die 
koreanische AK 
ein trojanisches 
Pferd, mit dem 
(zukünftige) 
Machthaber 
Gewerkschaf-
ten und Arbeit-
nehmerInnen 
kontrollieren 
könnten. Dies 
gilt es mit allen 
Mitteln zu ver-
hindern.
        

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