Full text: Ältere im Betrieb (1)

4. ERGEBNISSE DER BETRIEBLICHEN FALLSTUDIEN
4.1. ARBEITER UND ANGESTELLTE IM TYPOLOGISCHEN VERGLEICH
Wie bereits erwähnt, baut die vorliegende Untersuchung auf den Ergebnissen der Studie von
1998 auf, die zehn typologische Handlungsmuster für ältere ArbeitnehmerInnen identifizieren
konnte. Diese wurden folgenden drei Überbegriffen zugeordnet, die „den Kern des Problems“
umfassen sollten:
• Reaktive Dynamik: Damit werden jene individuellen Problemstellungen erfasst, die sich 
aus der Auflösung klar strukturierter „institutionalisierter“ Berufskarrieren ergeben.
• Traditionelle Arbeiter: Bezeichnend sind die hohe Mobilität am Beginn der Berufslauf-
bahn und die Arbeitsmarktprobleme am Ende, vor allem auch aufgrund des hohen 
gesundheitlichen Verschleißes.
• Proaktive Dynamik: Zeigt die verschiedenen Facetten auf, in denen die Herausforder-
ungen der technologisch-organisatorischen Veränderungen gesucht und angenommen
werden.
Ein wichtiges Ziel der Fragebogenerhebung war, zu überprüfen ob und in welchem Ausmaß
sich diese Dynamiken auch in den Betrieben wieder finden. Dazu wurde das umfangreiche
Fragenset mittels einer Faktorenanalyse zu den im vorigen Kapitel bereits beschriebenen
sechs Bereichen (Zufriedenheit mit der beruflichen Tätigkeit, Merkmale der beruflichen
Situation usw.) verdichtet. In einem weiteren Schritt konnten die befragten ArbeitnehmerInnen
mittels einer Clusteranalyse folgenden fünf Typen zugeordnet werden.
1. OptimistInnen: Sie stehen „am Beginn des Alterns“ (45-50Jährige), sind gut 
qualifiziert, stellen sich den Herausforderungen ohne sich dabei gesundheitlich 
zu übernehmen und werden im Betrieb auch anerkannt. 
2. Stabile: Besonders kennzeichnend für sie ist die stabile Beschäftigung oder, 
umgekehrt formuliert, die geringe berufliche Mobilität, bei vergleichsweise 
niedrigeren Belastungen. Auch sie sind eher besser qualifiziert.
3. Verunsicherte: Das betriebliche Umfeld wird von ihnen durchaus positiv erlebt, 
allerdings leiden sie unter der Zunahme von Anforderungen und Belastungen. Sie 
sind verunsichert im Hinblick darauf, wie lange sie sich in ihrem Betrieb werden 
halten können.
4. Resignative: Sie leiden sowohl unter dem schlechten betrieblichen Umfeld als 
auch unter der Zunahme der Belastungen und der geringen Wertschätzung. Für 
ihre Zukunft bis zur Pension sehen sie schwarz.
5. Drifter: Sie fallen vor allem durch ihre hohe berufliche Mobilität auf und ihre 
Unzufriedenheit mit den Arbeitsinhalten (Monotonie, kleine Entscheidungs- 
spielräume...). Sie sind auch diejenigen, die am stärksten mit dem Gedanken 
einer beruflichen Veränderung spielen.
Die nachfolgende Grafik gibt einen Überblick, wie diese fünf Typen im Beschäftigungs-
segment der Arbeiter, der Angestellten und der „Handelsangestellten“ (inkludiert auch 
17% Arbeiter in dem untersuchten Unternehmen) vertreten sind.
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StudieEinzelseiten  27.07.2006  9:00 Uhr  Seite 12
        

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