Full text: Gender budgeting in Europa (99)

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sible Statistik die Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede in den Ressourcen (Zeit 
und Geld), den Zugangsbeschränkungen und Bedürfnissen (Wroblewski/Leitner/Steiner, 2005).  
Neben den Inhalten des Budgets ist der Budgeterstellungsprozess selber ebenfalls Gegenstand 
des Gender Budgeting. Transparente Mechanismen und Einflussfaktoren braucht es, um Ansatz-
punkte für Veränderungen zu erarbeiten.  
Die Darstellung und Abgrenzung dessen was Gender Budgeting ist, wird anhand der Zielsetzung 
deutlich: Es geht um Verankerung von Gleichstellungspolitik, es geht um gesellschaftspolitische 
Veränderungen in Richtung Gleichverteilung von Ressourcen, Chancen und Möglichkeiten.  
Budgetfragen treten in den Vordergrund 
Seit der 2. Hälfte der 90iger Jahre sind öffentliche Haushalte (Bund, Lände, Gemeinden) mit enger 
werdenden finanziellen Handlungsspielräumen konfrontiert2. Die Budgetdefizite werden als Be-
gründung für Ausgabenkürzungen ins Treffen geführt. Spätestens seit der Zielsetzung der Bundes-
regierung, für das Jahr 2000 ein Nulldefizit zu erreichen und den damit verbundenen Ausgabenkür-
zungen, erreichte das Thema Budget eine bereite Öffentlichkeit. Die Auswirkungen der Sparpro-
gramme traten ebenso in den Vordergrund wie die unterschiedlichen Auswirkungen der Ausgaben-
kürzungen auf verschiedene Gruppen in der Bevölkerung.  
Das Buch „Mythos Nulldefizit. Alternativen zum Sparkurs“ (Beigewum, 2000) bildete einen Gegen-
pol zum allgemeinen Einsparungs- und Abschlankungsdiskurs. Die Verteilungsfrage der 
Staatsausgaben und die Verteilungswirkungen der Ausgabenkürzungen gewannen an Bedeutung. 
Die steigenden Verbrauchsabgaben und die Kürzungen bei Sozialleistungen trafen unterschiedli-
che Bevölkerungsgruppen unterschiedlich, aber im Durchschnitt Frauen stärker als Männer.  
4.2.1 ZIVILGESELLSCHAFTLICHE INITIATIVEN ODER WIE GENDER BUDGETING NACH 
ÖSTERREICH KAM  
Die jüngsten Budgetkonsolidierungen und die damit verbundenen Sparprogramme bzw. die Wir-
kungen von Sparprogrammen waren in Österreich eine Initialzündung für Gender Budgeting. Auf-
grund der Auswirkungen der Sparprogramme trat die Frage in dem Mittelpunkt, wie staatliche Bud-
gets (abseits von Sparprogrammen) auf Frauen und Männer wirken. Die unterschiedliche gesell-
schaftliche, wirtschaftliche und soziale Positionierung von Frauen und Männer, Kinder und ältere 
Menschen, führt zu unterschiedlichen Betroffenheiten staatlicher Aktivitäten.  
A) FRAUEN MACHT BUDGETS! 
Ende der 90iger Jahre gab es in Österreich Einzeldiskussionen bzw. Einzelarbeiten zum Thema 
Budgets und deren unterschiedliche Auswirkungen auf Frauen und Männer. Mit dem Regierungs-
wechsel hin zur Schwarz-Blauen Koalition initiierte Christa Schlager einen Arbeitkreis bestehend 
aus Sozial- und Wirtschaftswissenschafterinnen von Universitäten, Interessenvertretungen, Verwal-
tung und Forschungsinstitutionen, der sich dem Thema Budget und Frauen über zwei Jahre lang 
systematisch widmete. Die Ergebnisse des Arbeitskreises sind im Buch „Frauen macht Budgets. 
Staatsfinanzen aus Geschlechterperspektive“ (Beigewum, 2002) festgehalten, das 2002 erschienen 
ist.  
I Zielsetzung: Die Zielsetzung des Buches bzw. die inhaltliche Ausrichtung ist breit angelegt. Die 
zentralen Bestandteile des Buches bestehen in der Klärung des Konzepts von Gender Budgeting; 
einem Überblick über die bis dato vorhanden internationale Erfahrungen; einer Einbettung des An-
                                                  
2 Stichwort Maastrichtkriterien/Konvergenzkriterien: Zielvorgabe für u.a. die Budgetkonsolidierung: Anteil der jährlichen 
Neuverschuldung darf höchstens 3% des BIP sein. Staatsschulden sollen max. 60% des BIP betragen.
        

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