Full text: The effects of globalization on income distribution (100)

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der ArbeitnehmerInnen führt, nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch in den 
entwickelten Ländern (vgl. Rodrik, 1997; Crotty et al., 1998; Epstein, 2000). Diese 
Literatur verweist einerseits auf den größeren Wettbewerbsdruck auf die 
Unternehmen wegen der Handelsöffnung (was die Arbeitgeber weniger 
kompromissbereit und aggressiver macht bei den Lohnverhandlungen) und 
andererseits auf die Droheffekte infolge der Zunahme des internationalen Handels, 
des Outsourcing und der Investitionsflüsse und der damit verbundenen 
unterschiedlichen Mobilität von Kapital und Arbeit. Diese negativen Effekte auf die 
Lohnverhandlungsposition vermischen sich mit nachfrageseitigen Faktoren, die sich 
einerseits aus der restriktiven Fiskal- und Geldpolitik ergeben, andererseits aus dem 
Absinken des aggregierten Lohneinkommens, was zu einem Teufelskreis von 
sinkender aggregierter Nachfrage und niedrigen Beschäftigungszahlen führt. 
In der empirischen Literatur finden sich Hinweise, dass Außenhandel  - sowohl inter-
industrieller Handel mit Niedriglohnländern als auch intra-industrieller Handel mit 
entwickelten Ländern - zu Arbeitsplatz- und Lohnverlusten führt für jene 
ArbeitnehmerInnen, die in Bereichen arbeiten, die verstärkter Importkonkurrenz 
ausgesetzt sind, und im besonderen für niedrig qualifizierte Arbeitskräfte (vgl. 
Revenga, 1992; Sachs und Shatz, 1994; Greenaway, 1999a; Landesmann et al., 2001). 
Es gibt jedoch gewichtige Unterschiede bezüglich der geschätzten Größenordnungen 
dieser Wirkungen. Außerdem gibt es unterschiedliche Reagibilitäten der 
Beschäftigung und der Löhne in den jeweilig untersuchten Ländern: Das gängigste 
Argument hierbei ist, dass im Gegensatz zu den USA in Europa nicht die Löhne 
sondern die Beschäftigung die Anpassungslast tragen müsse. Ausgehend von diesem 
Argument ist es nur ein Schritt zur Debatte über die verhältnismäßig starken 
Arbeitnehmerschutzorganisationen in Europa. Die Zeitdimension der negativen 
Auswirkungen ist ebenfalls unklar: Bei optimistischer Betrachtung geht man davon 
aus, dass sie mit der Zeit wieder verschwinden, sobald die aus dem Handel 
resultierenden Wohlfahrtsgewinne zu einem Wirtschaftsaufschwung führen 
(Bhagwati et al., 2004; OECD, 2005). Eine weitere Front in den Kontroversen ergibt 
sich dort wo Studien, die den Fokus legen auf die Auswirkungen von Handelsflüssen 
zur Erklärung von negativen Arbeitsmarkteffekten, von 
Außenhandelstheoretiker(innen) kritisiert werden, die argumentieren, dass die 
untersuchten Veränderungen bei Importpreisen und Importmengen nicht groß genug 
sind um die großen Veränderungen der relativen Löhne erklären zu können und dass 
technologische Veränderungen der Hauptgrund für das Sinken der (relativen) Löhne 
bei niedrig qualifizierten Arbeitskräften sind (vgl. Lawrence und Slaughter, 1993). In 
letzter Zeit hat die wachsende Bedeutung von Importen von Intermediärgütern  
infolge internationalem Outsourcing zu der einvernehmlichen Interpretation geführt, 
dass sowohl der Intermediärgüterhandel mit Niedriglohnländern als auch 
technologische Effekte zu Verschlechterungen des Arbeitsmarkts für niedrig 
qualifizierte Arbeitskräfte geführt haben (vgl. Feenstra und Hanson, 1999). Weiters 
wird betont, dass Importpenetration defensive Innovationen stimulieren könnte, d.h. 
Außenhandel könnte folglich einen indirekten Einfluss auf die Löhne haben (vgl. 
Stehrer, 2004; Greenaway et al., 1999b). Vor kurzem haben die Kontroversen 
innerhalb der Handelstheorie eine weitere Dimension erhalten durch den Beitrag von 
Samuelson (2004), der behauptet, dass, wenn in Ländern in der Ausgangssituation 
nicht Autarkie herrscht, sondern bereits Handelsbeziehungen bestehen, dann wird eine 
Produktivitätszunahme des weniger entwickelten Handelspartner in der 
Exportindustrie des entwickelteren Handelspartners zu einer Verschlechterung der 
Terms of Trade zulasten des entwickelteren Landes führen. Der Hintergrund dieser
        

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