Full text: The effects of globalization on income distribution (100)

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Annahme ist die technologische Aufholjagd Chinas, welche zu sich verschlechternden 
Terms of Trade für die USA und zu einer permanenten Reduktion im US-
amerikanischen realen Pro-Kopf-Einkommen führen könnte, auch wenn weltweit das 
Einkommen insgesamt steigt. 
Ebenso wenig gibt es einen allgemein geteilten Konsens darüber, ob eine 
Verschlechterung der Arbeitsmarktsituation für die niedrig qualifizierten 
Arbeitskräfte einhergeht mit einer allgemeinen Verschlechterung der 
Verhandlungspositionen der Arbeitnehmerseite in den entwickelten Ländern. Obwohl 
manche AutorInnen, sowohl vom arbeitsökonomischen als auch vom 
außenhandelstheoretischen Standpunkt aus behaupten, dass es keine allgemeine 
Tendenz für ein sinkendes durchschnittliche Lohnniveau gibt, sondern nur ein 
größeres Auseinanderklaffen der Lohnschere (vgl. Krugman, 1995; Lawrence und 
Slaughter, 1993; Revenga, 1992; Sachs und Shatz, 1994; Feenstra und Hanson, 1996), 
weisen die meisten arbeitsmarktökonomischen (vgl. Freeman, 1998; Greenaway et al., 
1999a&b; Slaughter, 2001) und die politökonomischen Studien (vgl. Rodrik, 1997; 
Epstein, 2001) darauf hin, dass es wichtig wäre, die Verbindungen zwischen der 
Globalisierung und der Lohnverhandlungsstärke der ArbeitnehmerInnen zu 
untersuchen. Dieser Hinweis ist besonders aufschlussreich angesichts der 
abnehmenden Tendenz der Lohnquote in vielen entwickelten Ländern, einer Tatsache, 
die vom Großteil der handelstheoretischen Literatur nicht erwähnt wird. Weiters 
betont eine zunehmende Anzahl von Studien, dass die Disziplinierungs- und 
Droheffekte der Globalisierung gegenüber den ArbeitnehmerInnen sich nicht 
unmittelbar in den tatsächlichen Handelsvolumina und den Kapitalflüssen 
widerspiegeln und daher einer direkten qualitativen Beurteilung bedürfen. 
Bezüglich Österreich können die empirischen Ergebnisse über die 
arbeitsmarktbezogenen Auswirkungen der Globalisierung folgendermaßen 
zusammengefasst werden: Was die Auswirkungen des Außenhandels (Gesamt-, 
Endverbrauch und Intermediärgüterhandel) auf die Gesamtbeschäftigung (oder 
Arbeitslosigkeit) betrifft, so können gar keine oder nur minimale Auswirkungen von 
Importen gefunden werden (Aiginger et al., 1996; Winter-Ebmer und Zimmermann, 
1998; Hofer und Huber, 2003); andererseits gibt es aber einen negativen Effekt für 
niedrig qualifizierte Arbeitskräfte, ältere ArbeitnehmerInnen und ArbeiterInnen mit 
Niedriglohn (Aiginger et al., 1996; Hofer und Huber 2003), sowie für die 
Niedriglohnindustrie und für die Bereiche mit einem AusländerInnen-Anteil (Winter-
Ebmer und Zimmermann). Es gibt nur einen sehr kleinen oder insignifikanten 
Einfluss von Exporten auf die Beschäftigung (Aiginger et al.,1996; Winter-Ebmer und 
Zimmermann, 1998; Hofer und Huber, 2003). Was Löhne betrifft, so gibt es Hinweise 
auf einen negativen Effekt der Importe und auf einen geringen positiven Effekt der 
Exporte (von und nach dem Osten) auf Basis von Individualdaten (Aiginger et al., 
1996), und keine Auswirkungen durch Importe aus dem Osten sowie positive 
Auswirkungen von Exporten in den Rest der Welt auf Branchenbasis (Winter-Ebmer 
und Zimmermann, 1998). Mobile Arbeitnehmer spüren geringere negative 
Auswirkungen von Importen auf ihre Löhne und positive Auswirkungen von 
Exporten (Aiginger et al., 1996).  
Es gibt keinen nachweisbaren Einfluss auf die Gehälter von Angestellten,  jedoch sehr 
wohl einen positiven Export- und negativen Import-Effekt auf die Löhne von 
ArbeiterInnen (Hofer und Huber). Was die relative Beschäftigung zwischen hoch 
qualifizierten und niedrig qualifizierten Arbeitskräften betrifft, so sind positive 
Auswirkungen durch Exporte und negative Auswirkungen durch Importe (mit
        

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