Full text: The effects of globalization on income distribution (100)

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Ausnahme des Outsourcings nach Osteuropa) festzustellen (Egger und Egger, 2003). 
Outsourcing in die Mittel- und Osteuropäischen Länder (MOEL) führte zwar zu einer 
Steigerung der relativen Beschäftigung und der Löhne der hochqualifizierten 
Arbeitnehmer im Vergleich zu den niedrig qualifizierten Arbeitnehmern (Egger und 
Egger, 2003; Egger et al. 2001), gleichzeitig gibt es aber auch  ein umstrittenes 
Untersuchungsergebnis, das einen negativen Effekt des gesamten Outsourcings auf 
die relative Beschäftigung und die relativen Löhne der hoch qualifizierten 
Arbeitnehmer belegt. Dies kann als Hinweis gewertet werden, dass Österreich ein 
Land mit knapper Ausstattung an Humankapital ist (Lorentowicz et al., 2005; Marin 
2004)). Es deutet Einiges darauf hin, dass die MOEL –Filialen multinationaler Firmen 
aus Österreich komplementär zu österreichischen Firmen sind (Marin, 2004) und es 
keine nachteiligen Einflüsse gibt von den Gehältern der MOEL-Tochtergesellschaften 
auf die Beschäftigung in den Muttergesellschaften; Hingegen finden Bellak und 
Altzinger (2001) einen negativen Effekt der Umsätze der MOEL-
Tochtergesellschaften auf die Beschäftigung in den Muttergesellschaften. Dieses 
Ergebnis ist im Gegensatz zu Marin (2004), die keinen Einfluss gefunden hat. 
Simulationsergebnisse über die Auswirkungen der Osterweiterung oder des Handels 
mit MOE-Ländern deuten einerseits auf eine leichte Verschiebung der funktionellen 
Einkommensverteilung zu Lasten der Lohnabhängigen und zu Gunsten der 
Arbeitgeber hin (Breuss und Schebeck, 1999), andererseits auf einen negativen Effekt 
sowohl von Finalgüterhandel als auch von Outsourcing nach Osteuropa auf niedrig 
qualifizierte Arbeitskräfte; weiters einen negativen Effekt des Fertigwarenhandels auf 
die Löhne qualifizierter ArbeitnehmerInnen in den von verstärkter Importkonkurrenz 
betroffenen Branchen und weiters einen positiven Effekt von Outsourcing auf die 
Löhne qualifizierter Arbeitskräfte insgesamt (Kratena, 2006). Zu guter Letzt gibt es 
aber noch ein anderes Resultat, das auf ein Sinken der relativen Löhne von 
qualifizierten und unqualifizierten Arbeitskräften hinweist (Keuschnigg und Kohler, 
2002). 
Alles in Allem bietet die empirische Literatur über Europa und die USA Hinweise 
darauf, dass Handel negative Auswirkungen hat auf den Arbeitsmarkt in jenen 
Branchen, die einer Importkonkurrenz ausgesetzt sind, und besonders auf die niedrig 
qualifizierten Arbeitskräfte, sei es durch direkte Effekte oder indirekt durch 
handelsbedingte technologische Effekte.  
Unabhängig von den großen Unterschieden der diversen theoretischen Zugänge sind 
sich alle einig darüber, dass niedrig qualifizierte Arbeitskräfte diesen negativen 
Auswirkungen stärker ausgeliefert sind  als qualifizierte Arbeitskräfte. Nicht 
entschieden ist aber die Frage, ob diese schlechtere Position der niedrig qualifizierten 
gegenüber den qualifizierten ArbeiternehmerInnen nur ein relativer oder ein absoluter 
Nachteil ist. Weiters bleibt es eine empirisch zu beantwortende Frage, ob die Lohn- 
oder Beschäftigungszuwächse der qualifizierten Arbeitskräfte ausreichen um ihren 
Anteil an der Wertschöpfung zu erhöhen, oder ob die Einkommensverteilung 
zwischen qualifizierter Arbeit und Kapital sich verschlechtert aufgrund von 
Produktivitätszuwächsen. Letztlich bestimmen die Veränderungen der Anteile von 
qualifizierter und unqualifizerter Arbeit am Volkseinkommen das Resultat 
hinsichtlich der funktionellen Einkommensverteilung zwischen Arbeit und Kapital. 
Im Falle der europäischen Länder, wo Anpassungen meist nur über die Beschäftigung 
erfolgen, ist es notwendig zur Analyse der Einkommensverteilung sowohl die 
lohnbezogenen als auch die arbeitsmarktbezogenen Auswirkungen zu untersuchen. 
Die Kombination von Lohn-, Arbeitsmarkt- und Produktivitätsentwicklung
        

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