Full text: The effects of globalization on income distribution (100)

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ermöglicht letztlich die Ermittlung des Lohnanteils an der Wertschöpfung in einem 
Sektor. Eine erschöpfende Analyse der verteilungsbeeinflussenden Wirkungen der 
Globalisierung hat daher mehrere Dimensionen: Die Entwicklung der Löhne und der 
Beschäftigung, sowie der Anteil der Löhne von unqualifizierten und qualifizierten 
ArbeitnehmerInnen an der Wertschöpfung sowohl für den betreffenden Sektor  als 
auch auf aggregiertem Niveau. 
Eine weitere interessante Entdeckung, die in der Literatur zu finden ist, ist die 
Tatsache, dass die negativen Handelsauswirkungen nicht nur auf den inter-
industriellen Handel mit Niedriglohnländern zurückzuführen sind, sondern auch auf 
intra-industriellen Handel mit entwickelten Ländern. Die Untersuchungsergebnisse 
weisen diesbezüglich aber signifikante Heterogenität auf und zeigen, dass die 
Zusammensetzung und die Herkunft der jeweiligen Importe berücksichtigt werden 
müssen. Ebenfalls uneinheitlich sind die Ergebnisse für die diversen Branchen. Daher 
ist es wichtig hier zwischen den importierten Intermediärgütern und den Fertiggütern 
zu unterscheiden, sowie deren Herkunftsländer (Niedriglohn- versus Hochlohnländer, 
bzw. sog. „Aufhol-Länder“ versus andere Entwicklungsländer und entwickelte 
Länder) und nicht zuletzt den unterschiedlichen Qualifikationsgruppen in den 
Sektoren (d.h. hochqualifizierte, qualifizierte und niedrigqualifizierte).  
Die Auswirkungen von Kapitalflüssen werden meist in Firmenstudien analysiert, 
wobei jedoch eine Beurteilung der Auswirkungen des Foreign Direct Investment- 
(FDI-) Abfluss auf die Löhne und auf die Beschäftigung je nach Branche eine 
wichtige (relevante) Ergänzung der Studien zu Handels- und Outsourcing-Einflüssen 
sind. Man kann dadurch die Droheffekte untersuchen, sofern sie FDI-Strömen 
enthalten sind. 
Sollte sich letztlich herausstellen, dass Handel oder Kapitalmobilität einen Einfluss 
haben auf die Elastizität der Arbeitskräftenachfrage und auf die 
Lohnverhandlungsstärke der ArbeitnehmerInnen, so führt dies nicht nur zu einer 
Verschiebung im Arbeitskräftebedarf oder in der Lohnverhandlungskurve, sondern es 
verändert auch die Reagibilität der Beschäftigung auf Produktion und Löhne sowie 
jene der Löhne auf Produktivität und Arbeitslosigkeit. Viele Studien kommen zu dem 
Schluss, dass die Außenöffnung sich auf den Arbeitsmarkt viel stärker auswirkt als es 
allein die bloßen Zahlen vermuten lassen, und sie einher geht mit einer allgemeinen 
Verschiebung der Kräfteverhältnisse bei den Lohnverhandlungen und  der 
Arbeitskräftenachfrage in Zeiten von harter Konkurrenz und hoher Kapitalmobilität. 
Daher ist es im Grunde nicht die Marktöffnung an sich, sondern sind es die 
Bedingungen unter denen sie stattfindet – d.h. die Verschiebung der 
Kräfteverhältnisse als Folge der Außenöffnung, die dem Faktor Arbeit schaden. Wenn 
dies so ist, sollte die Wirtschaftspolitik dieser Frage mehr Aufmerksamkeit widmen.  
Die wirtschaftspolitische Diskussion über die Auswirkungen der Globalisierung auf 
den Arbeitsmarkt kann als ein weites Spektrum an Ansichten mit zwei 
Extrempositionen gesehen werden, welche die Unterschiede der theoretischen 
Zugänge am besten charakterisieren: Auf der einen Seite findet man hauptsächlich die 
Forderung des ökonomischen Mainstreams nach weiteren 
Arbeitsmarktderegulierungen sowie nach Methoden um die Lohnflexibilität und die 
Mobilität niedrigqualifizierter Arbeitskräfte zu erhöhen (z.B. OECD, 2005). Auf der 
anderen Seite findet man politökonomische Auffassungen, die einerseits den 
Nachdruck legen auf die Rolle der Industriepolitik bei der Förderung von 
Investitionen und bei der Unterstützung des Arbeitsplatzbeschaffungspotenzials der
        

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