Full text: Sicherungssysteme und Risikoverteilung bei Betriebspensionen

Sicherungssysteme und Risikoverteilung bei Betriebspensionen - Ländervergleich 
Mag. Gerald Klec  13/14 
Studie im Auftrag der AK- Wien  
Angestellte bestehen Leistungszusagen, die bei großen Unternehmen meist vom Unternehmen 
direkt erfüllt werden. In kleineren Unternehmen erfolgt in vielen Fällen eine Abwicklung über 
eine Versicherung.  
Im Vereinigten Königreich überwiegen zahlenmäßig ganz klar Leistungszusagen mit 
Nachschusspflicht der Arbeitgeber. Bei den Beitragszusagen erfolgt in aller Regel (spätestens) 
zum Pensionsantritt eine Umwandlung in eine Annuität, was während der Pensionsphase eine 
garantierte Mindestleistung gewährleistet. Die Begünstigten haben die Möglichkeit, am freien 
Versicherungsmarkt eine Annuität nach Wahl zu erwerben. 
In Belgien haben die Arbeitgeber für die Anwartschaftsphase einen Mindestertrag (auf relativ 
hohem Niveau) auf die eingezahlten Beiträge zu garantieren. Zum Zeitpunkt des Pensionsantritts 
können die Begünstigten in Defined Contribution Plänen zwischen einer Kapitalabfindung und 
der Auszahlung einer Annuität wählen.  
In den Niederlanden sind mehr als 90 % aller Betriebspensionszusagen Zusagen mit definierter 
Pensionsleistung (Leistungszusagen). Das Risiko negativer Ergebnisse in den Pensionsfonds liegt 
in diesen Fällen in erster Linie bei den Arbeitgebern (Anhebung der Beitragssätze), aber auch bei 
den aktiven Arbeitnehmern, die meist rund ein Viertel der Beiträge leisten. Durch die in den 
letzten Jahren in vielen Pensionsplänen vorgenommene Umstellung auf variable Indexierung 
wurden die Anwartschafts- und Leistungsberechtigten - in einer im Vergleich zu Österreich sehr 
limitierten Form - in die Risikotragung eingebunden.  
Bereits in der Akkumulationsphase ist in den untersuchten Ländern in der Regel ein merklich 
höherer Anteil der Risikotragung nicht den Arbeitnehmern zugeordnet (größere Bedeutung von 
Leistungszusagen mit Finanzierungsverantwortung des Arbeitgebers, Versicherungsprodukte, 
Mindestertragsgarantien des Arbeitgebers bei Beitragszusagen). 
Noch deutlicher wird die im Vergleich deutlich höhere Risikozuordnung zu den Arbeitnehmern 
in Österreich bei Betrachtung der Pensionsphase. Abgesehen von der teilweise erheblich größeren 
Bedeutung von Leistungszusagen in manchen Ländern sind die beitragsdefinierten Systeme in 
der Regel mit versicherungsähnlichen Elementen ausgestattet, die eine Glättung bei 
Kapitalmarktschwankungen implizieren. Spätestens zum Pensionszeitpunkt wird das 
angesammelte Pensionskapital zumeist in Annuitäten übergeführt und damit ab diesem Zeitpunkt 
eine garantierte Mindestleistung erbracht. Teils besteht Wahlfreiheit über die Art der Verrentung 
(konstante Rente, Indexierung, Hinterbliebenenversorgung, Einmalauszahlung eines Teils des 
Kapitals). Dem legitimen Wunsch der Pensionsbezieher nach zumindest konstanten 
Rentenzahlungen wird dadurch in den Vergleichsländern in der Regel wesentlich besser 
entsprochen als bei den in Österreich dominanten Beitragszusagen über Pensionskassen, wo 
Kapitalmarktrisiken und versicherungstechnische Risiken auch während der Pensionsphase allein 
bei den Leistungsberechtigten liegen.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.