Full text: Agrotreibstoffe - Lösung oder Problem? (183)

B u n d e s a r b e i t s k a m m e r    1  
1. Politische Ziele und die aktuelle 
Diskussion zu Biotreibstoffen 
Günther Lichtblau 
 
Um die Abhängigkeit vom Erdöl und daraus resultierende negative Umweltfolgen im Ver-
kehrssektor (derzeit ca. 97 %) durch den Einsatz alternativer Kraftstoffe (z. B. Biokraftstof-
fe) zu verringern wurde am 8. Mai 2003 die „Richtlinie zur Förderung der Verwendung von 
Biokraftstoffen oder anderen erneuerbaren Kraftstoffen im Verkehrssektor“ (Richtlinie 
2003/30/EG) vom Europäischen Parlament und vom Rat erlassen. Die Mitgliedstaaten soll-
ten sicherstellen, dass ein Mindestanteil an Biokraftstoffen und anderen erneuerbaren 
Kraftstoffen auf ihren Märkten in Verkehr gebracht wird, und legen hierfür nationale Richt-
werte fest. 
Die Biokraftstoffrichtlinie wurde in Österreich im Rahmen einer Novelle der Kraftstoffver-
ordnung im November 2004 in nationales Recht umgesetzt. Gemäß der österreichischen 
Gesetzgebung muss der Substitutionsverpflichtete seit 1. Oktober 2005 2,5 % (gemessen 
am Energieinhalt) aller in Verkehr gebrachten Otto- und Dieselkraftstoffe durch Biokraftstof-
fe ersetzen - der Anteil hat sich mit 1.Oktober 2007 auf 4,3 % (gemessen am Energieinhalt) 
erhöht. Der Zielwert wird sich 2008 auf 5,75 % (gemessen am Energieinhalt) erhöhen. 
Unter den Begriff Biokraftstoffe fallen zumindest nachfolgende Erzeugnisse, sofern diese 
als Kraftstoff oder Kraftstoffbestandteil zum Betrieb von Fahrzeugverbrennungsmotoren 
verwendet werden: 
? Bioethanol/Biomethanol 
? Fettsäuremethylester (FAME, Biodiesel) 
? Biogas 
? Biodimethylether 
? Bio-ETBE/Bio-MTBE (Ethyl bzw. Methyl-Tertiär-Butylether) 
? Synthetische Biokraftstoffe 
? Biowasserstoff 
? Reines Pflanzenöl 
Der Begriff Biokraftstoffe umfasst Kraftstoffe aus landwirtschaftlicher Produktion ebenso 
wie aus forstlichen Produkten und Abfallstoffen bzw. Reststoffen aus Industrie, Gewerbe
        

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