Full text: Agrotreibstoffe - Lösung oder Problem? (183)

P O T E N Z I A L E  F Ü R  A G R O T R E I B S T O F F E  I N  Ö S T E R R E I C H ,  F L Ä C H E N V E R B R A U C H ,  I M P O R T E  
B u n d e s a r b e i t s k a m m e r    17  
stoffen zu stimulieren, werden daher wirtschaftspolitische Instrumente eingesetzt. Der 
durch den Einsatz von Biomasse produzierte Strom wird mit einem höheren Preis abgegol-
ten (Rechtsbasis Ökostromgesetz) und Treibstoffen auf Mineralölbasis wird in vermehrtem 
Maß Treibstoff auf Pflanzenbasis beigemengt (Rechtsbasis Biokraftstoffrichtlinie der EU). 
Damit wurden Märkte geschaffen, die für landwirtschaftliche Produkte einen weiteren Ab-
satzkanal darstellen. 
In einzelnen Bereichen (Biogas und Dieselersatztreibstoff auf Basis von Ölpflanzen) sind 
die Grenzen der Ausweitung der Produktion bereits aus heutiger Sicht erkennbar. Aufgrund 
bioklimatischer Bedingungen sind in Österreich die Produktionsmöglichkeiten für Raps be-
schränkt. Der daraus gewonnene Rapsmethylester, der als Dieselersatztreibstoff geeignet 
ist, reicht nicht aus, um den künftigen heimischen Bedarf zu decken. Im Bereich der Pro-
duktion von Biogas zeigen sich lokal Versorgungsengpässe mit Rohstoffen, die in hohen 
Pachtpreisen zum Ausdruck kommen und somit die Gewinnmöglichkeiten der Anlagenbe-
treiber gefährden. Im Bereich der Ethanolproduktion treten diese Begrenzungen wahr-
scheinlich nicht auf. Allerdings ist absehbar, dass als Mengenreaktion auf den Märkten die 
Getreideausfuhr eingeschränkt werden wird. Gleichzeitig können die Importe von Futtermit-
teln aufgrund der Nebenprodukte in der Ethanolproduktion reduziert werden. Jedoch in 
geringerem Maß, da zum einen die Stärkekomponente in Ethanol umgewandelt wird und 
zum anderen Beimischungsraten aufgrund der geringeren Nährstoffdichte beschränkt sind. 
Die Steigerung der Produktion von Biomasse aus heimischen Rohstoffen für die energeti-
sche Nutzung ist auf Basis der verfügbaren Technologien, Ressourcenausstattung und 
Kapazitäten nicht für alle Verwertungsketten möglich. In Zukunft wird daher der vermehrten 
Nutzung von Reststoffen (z. B. Stroh oder Gülle) oder Abfällen (z. B. Altspeiseöle) mehr 
Gewicht eingeräumt werden müssen. Dazu sind aber Technologien der so genanten zwei-
ten Generation (z.B. BTL, Ethanol aus Lignozellulose) nötig. Damit kann das derzeitige 
physische Potential beträchtlich gesteigert werden. Die energetische Aufschließung solcher 
Roh- und Reststoffe für Treibstoffzwecke ist derzeit ebenfalls nur unter erheblichem Auf-
wand möglich. 
 
Literatur 
aiz (Agrarisches Informationszentrum), 2007, Ausgabe Nr. 11761, Donnerstag, 29.März 
2007. 
aiz (Agrarisches Informationszentrum), 2008, Ausgabe Nr. Nr. 12014, Freitag, 18.April 
2008. 
Brainbows (Brainbows informationsmanagement GmbH), Biomasse-Ressourcenpotenzial 
in Österreich, Studie im Auftrag der RENERGIE Raiffeisen Managementgesellschaft 
für erneuerbare Energie GmbH, Wien, 2007.
        

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